Oppositionsführer Tsvangirai bleibt siegessicher

8. März 2002, 19:17
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Klage gegen Mugabe beim Verfassungsgericht angekündigt

Harare - Zum Abschluss seines Wahlkampfs hat sich der Herausforderer von Simbabwes Präsident Robert Mugabe, Morgan Tsvangirai, trotz kritisierter Manipulationen siegesgewiss gezeigt. Auf einer Pressekonferenz in Harare schloss der Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) eine Regierung der nationalen Einheit nach der Präsidentschaftswahl an diesem Wochenende nicht aus. "Die MDC wird bei dieser Frage offen bleiben", erklärte Tsvangirai. Er kündigte zugleich eine Klage gegen Mugabe wegen Amtsmissbrauch in mehreren Fällen vor dem Verfassungsgericht an.

"Die technischen Bedingungen, unter denen diese Wahl abgehalten werden wird, sind auch nicht annähernd als frei und fair anzusehen", kritisierte Tsvangirai, dessen kurzfristig in einem Hotel angesetzte Pressekonferenz von der Polizei als illegal verboten worden war. Sie hatte daher in den beengten Räumlichkeiten des MDC-Hauptquartiers stattfinden müssen. Tsvangirai beklagte sich dort über die Schikanen, denen seine Partei ausgesetzt sei. So würden zwar Namen der MDC-Wahlbeobachter veröffentlicht, die der regierenden ZANU(PF) aber nicht. 22 MDC-Beobachter seien seitdem spurlos verschwunden.

Anzeichen für Manipulationen

Außerdem gebe es Anzeichen für Manipulationen, wodurch die Zahl der registrierten Wähler zu Gunsten der ZANU(PF)-Anhänger verändert wurde. In einem Bezirk hätte die MDC so rund 40.000 Wähler weniger. Auch seien die nach dem ursprünglichen Stichtag 27. Jänner registrierten Wähler unbekannt. Eine Frist-Verlängerung bis 3. März war erst diese Woche durch eine Veröffentlichung im Amtsblatt bekannt geworden.

Für den Fall eines Sieges will Tsvangirai der Wiederherstellung des Rechtsstaats und der nationalen Einheit sowie der Bekämpfung des Hungers im Lande oberste Priorität geben. "Ich stelle bekümmert fest, dass die Simbabwesen am Wochenende als polarisiertes und geteiltes Volk zur Wahl gehen", sagte der frühere Gewerkschaftsführer. Nach fast drei Jahren ununterbrochener Gewalt, Intoleranz und politischer Einschüchterung sehnte es sich nach Frieden und Aussöhnung. Am Wochenende sind 5,6 Millionen Wähler aufgerufen, ihre Stimme für den künftigen Präsidenten des afrikanischen Landes abzugeben. In Harare und Chitungwiza finden auch Kommunalwahlen statt. Bei dem Urnengang will Mugabe nach 22-jähriger Herrschaft eine Mehrheit für ein weiteres sechsjähriges Mandat absichern.(APA/dpa)

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