Wiener FP fordert Frauengesundheits- bericht

8. März 2002, 12:39
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Weiters: Generalkollektivvertrag und Kompetenzzentren für Männergesundheit

Wien - Einen Frauengesundheitsbericht für Österreich hat am Freitag anlässlich des Internationalen Frauentags die Wiener Landessprecherin der Initiative Freiheitlicher Frauen (IFF), Stadträtin Karin Landauer, sowie ihre Stellvertreterin Heidrun Schmalenberg in einer Pressekonferenz gefordert. Eine entsprechende Aufforderung der Weltgesundheitsorganisation WHO an ihre Mitglieder sei von Österreich bisher nicht aufgegriffen worden.

Gesundheitsbericht geplant

Sozialminister Herbert Haupt (S) und Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) hätten allerdings bereits angekündigt, die entsprechenden Maßnahmen zu setzen, so Landauer. Sie wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Gesundheitsprobleme und Krankheitsursachen der Geschlechter verschieden seien. Medikamente würden bei Frauen anders als bei Männern wirken. Dadurch würden Frauen oft falsch therapiert.

"Die Förderung des Erhalts und die Wiederherstellung der Gesundheit von Frauen ist nicht nur ein gesundheitspolitisches sondern auch ein Thema der Sozialpolitik. Der österreichische Frauengesundheitsbericht soll als Basis für eine eventuelle Umorientierung bei der Prävention, Behandlung und Rehabilitation für Frauen dienen und Strategien zur Gesundheitsförderung und Erhaltung entwickeln", betonte Landauer. Auch Kompetenzzentren für Männergesundheit sollten laut Landauer entstehen. Vorrang habe jedoch der Frauengesundheitsbericht, der bereits seit Herbst 2001 im Gespräch sei.

Generalkollektivvertrag

Zusätzlich erhob Landauer die Forderung nach einem Generalkollektivvertrag. Eckpunkte dabei seien ein Mindestlohn von 1.000 Euro, eine Regelung des vollen Urlaubs- und Weihnachtsgeldanspruches und der bezahlten freien Tage sowie Kündigungsfristen laut Angestelltengesetz. "Gerade für Frauen könnte ein Generalkollektivvertrag eine entscheidende Verbesserung bringen. In vielen Branchen gibt es noch immer entweder überhaupt keinen eigenen Kollektivvertrag, oder sie lehnen sich an einen anderen Kollektivvertrag an, wenn dies der Arbeitgeber will. Nach der derzeitigen Regelung bedeutet dies eine schlechte Absicherung der Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", betonte Landauer.

Schmalenberg wies auf die Probleme von AlleinerzieherInnen hin. 75.000 Teilfamilien in Wien müssten die Verantwortung für die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder alleine tragen. "Sie werden dabei von der Politik im wahrsten Sinne des Wortes alleine gelassen. Der sozialen Einsamkeit, der physischen und psychischen Mehrbelastung, der diese Frauen ausgesetzt sind, muss unsere Aufmerksamkeit gelten, wenn wir in dieser Stadt den ständig fortschreitenden Zerfall der sozialen Netze aufhalten wollen", so Schmalenberg. (APA)

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