"Die Republik ist weiblich"

8. März 2002, 12:24
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Sozialistische Frauen-Verbände erklommen das Denkmal der Republik

Wien - Mit der Erklimmung des Denkmals der Republik am Dr. Karl Lueger-Ring in Wien wollten am Freitag, dem Internationalen Frauentag, junge SchülerInnen und StudentInnen ein Zeichen setzen. Die Botschaft: "Die Republik ist weiblich", war als Slogan auch am Transparent des Verbandes Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) zu lesen. Die Forderung der jungen Frauen: "Frauen sichtbar machen, in Gesellschaft und Politik."

Österreichweit keine einzige Rektorin

"Frauen müssen in Österreich und weltweit mitreden, mitbestimmen und mitentscheiden", sagte die Vorsitzende der VSStÖ-Wien, Daniela Stepp. Dass die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts auch vor den Universitäten nicht Halt mache, sei hinlänglich bekannt. Nicht zufällig gebe es österreichweit keine einzige Rektorin, der Prozentsatz an ProfessorInnen liege bei mageren sieben Prozent. Die Studiengebühren seien eine zusätzliche Hürde, die einmal mehr Frauen besonders treffe.

Patriarchat in der Schule vermittelt

Sandra Breiteneder von der Aktion kritischer SchülerInnen (aks) sagte, sie begrüße den Frauentag. Er sei notwendig, weil Frauen noch immer diskriminiert werden. Das beginne bereits bei der Sprache: "Die Sprache ist männlich", so die Schülerin. Im Unterricht werde nach wie vor ein patriarchalisches Verständnis von Gesellschaft vermittelt, das von Generation zu Generation weiter gegeben werde, meinte Laura Dobusch, Frauenkoordinatorin der aks. Schulbücher seien geprägt von der Schilderung traditioneller Rollenbilder und Wertvorstellungen, Frauen werden dadurch automatisch in die Klischeevorstellung der Hausfrau und Mutter gedrängt.

Die Diskriminierung des weiblichen Geschlecht, ob offen oder versteckt, betreffe alle Bereiche der Gesellschaft. Obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung darstellen, seien sie nicht entsprechend ihres Anteils in demokratischen Institutionen vertreten, weltweit seien nur 14 Prozent aller ParlamentarerInnen Frauen, so die VertreterInnen der VSStÖ.

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