Hochhauser wird Kärnten-Trainer

8. März 2002, 18:57
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Der ehemalige Austria-Trainer ersetzt den zukünftigen Austria-Coach Walter Schachner

Klagenfurt/Wien - Der FC Kärnten hat die Nachfolge von Walter Schachner geklärt, es wurde Einigung mit Heinz Hochhauser (55) erzielt. Der kommt im Sommer, soll mindestens zwei Saisonen bleiben. Schachner wechselt bekanntlich zur Austria. Hochhauser wurde dort im März 2001 gefeuert, immerhin hatte er es zehn Monate lang ausgehalten, für einen Austria-Trainer ist das nicht so übel.

Hochhauser hatte seither Zeit, Wunden zu lecken, die Tätigkeit in Wien zu verarbeiten. "Entlassungen sind im Profifußball zwar normal, mich hat es aber zum ersten Mal erwischt. Ich habe reflektiert, Lehren gezogen." Um vernünftig arbeiten zu können, "muss ein Vertrauen gegeben sein. Ist es weg, musst du gehen. Das habe ich unterschätzt. Fehlt die Geduld, kann sich nichts entwickeln." Er verspüre weder Rache noch Genugtuung. "Die Austria war damals Dritter, jetzt ist sie Sechster. Aber ich glaube, auch dort findet ein Umdenken statt, man versucht Kontinuität reinzubringen."

Der FC Kärnten lechzte eigentlich nach Herbert Prohaska, der wollte Andreas Ogris als Assistent mitnehmen, die Verhandlungen sind deshalb gescheitert. Hochhauser sieht sich nicht als zweite Wahl. "Kärnten hat mit offenen Karten gespielt, sie fragten mich, ob ich Interesse habe, falls Prohaska absagt." Hochhauser führte Gespräche mit dem geschäftsführenden Präsidenten Josef Steindorfer und mit Manager Günter Hafner, mit Jörg Haider gab es (noch) keinen direkten Kontakt.

In Kärnten gehe es darum, die Leistungen zu stabilisieren und später neue Perspektiven zu entwickeln. "Schachner hat toll gearbeitet, es gibt gute Strukturen, darauf kann man aufbauen. Es ist kein schwieriges Erbe. Er geht weg, ein Job ist frei geworden, ich habe ihn bekommen. So einfach ist das." Hochhauser erklärte sich prinzipiell bereit, mit dem vorhanden Betreuerstab (Robert Trappitsch, Peter Zajicek) zu kooperieren. "Wir müssen uns erst kennen lernen."

Am Samstag, schaut er sich seinen neuen Klub in Wien gegen Rapid an. "Ich hole Informationen ein, bleibe aber bis Sommer sicher noch im Hintergrund." (hac)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 9./10.3. 2002)
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