Private Anbieter und Österreichische Post steuerrechtlich ungleich

8. März 2002, 11:20
posten

Franchisenehmer Mail Boxes Etc. fordert Gleichstellung

Wien - Die heimische Mail Boxes Etc. (MBE), Franchisenehmer der gleichnamigen US-Gruppe für Postdienstleistungen, fordert die Beseitigung einer Ungleichbehandlung privater Anbieter durch die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post. "Wir erwarten, dass diese Wettbewerbsverzerrung im Hinblick auf Pakettransporte im Zuge der Restrukturierung der Post bereinigt wird", so der Österreich-Lizenzinhaber der US-Franchisegruppe MBE, Hendrik Homan, am Freitag über den "nicht nachvollziehbaren Wettbewerbsvorteil" für den Postfuchs.

Den möglichen Weg zum Verfassungsgerichtshof will Homan vorerst noch nicht beschreiten, um die guten Kontakte zur Post nicht zu gefährden. Denn trotz des Konkurrenzverhältnisses kooperieren Post und MBE in einigen Bereichen. So kann einer der zur Zeit 17 MBE-Shops in Österreich zusätzlich als "Aufgabepostamt" für Briefe, Pakete und EMS genutzt werden.

Wettbewerbsvorteil in New-Economy-Segment

Einen entscheidenden Vorteil privater Anbieter sieht Homan in dem relativ späten Markteintritt. "Wir können unsere Dienstleistungen bereits punktgenau auf die Bedürfnisse der New Economy einstellen", so der MBE-Chef. Gerade in Österreich herrsche ein akuter Nachholbedarf in diesem Sektor. Daher plant Homan, bis 2005 mit 60 Standorten in Österreich tätig zu sein.

Im Vorjahr erzielte Homan mit 16 MBE-Shops einen Jahresumsatz von rund 1,5 Mill. Euro. Für 2002 ist eine Verdoppelung auf 3 Mill. Euro Jahresumsatz und die Expansion um zusätzliche neun Standorte vorgesehen. (APA)

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