Österreichs Gletscher schrumpfen weiterhin stark

11. März 2002, 13:51
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Hohe Temperaturen im Sommer entscheidend

Innsbruck - Der starke Rückgang von Österreichs Gletschern hat auch im vergangenen Jahr angehalten. Nur bei einem davon konnte nach dem am Freitag veröffentlichten Gletscherbericht des Alpenvereines ein Vorstoß registriert werden. Bei 91 Prozent gab es weitere Abschmelzungen, obwohl starke Niederschlagsmengen erfolgten.

Für die Jahresbilanz entscheidend waren neuerlich nur wenige Wochen im Sommer, in denen die hohen Temperaturen dem Ewigen Eis zusetzten. Von den "Gletscherknechten" des Alpenvereines werden derzeit 106 beobachtet. Sieben Gletscherenden (acht Prozent) wurden als stationär eingestuft, 84 von 92 beobachteten Gletschern (91 Prozent) schmolzen eindeutig zurück, das waren nur vier Prozent weniger als im Vorjahr. Die mittlere Längenänderung habe sich im Vergleich zum Vorjahr (10,70 Meter) nur geringfügig auf 9,32 verringert. 32 Gletscherzungen waren mehr als zehn Meter, sechs mehr als 20 Meter zurückgeschmolzen. Im vergangenen Jahr wurden noch 15 Gletscher über 20 Meter und drei sogar über 30 Meter kürzer.

Der Gurgler Gletscher in zwei Bildern: links, aus dem Jahr 1868 (Foto: W. England) und rechts aus dem Jahr 2001 (Foto: G. Patzelt).

"Rückgangsrekordhalter" war mit 24,3 Meter das Obersulzbachkees (Venedigergruppe), gefolgt vom Gepatschferner mit 22,9 Metern und dem Schalfferner mit 22,2 Metern (beide Ötztaler Alpen). Der einzige vorstoßende Gletscher war mit 3,4 Meter das Kleinelendkees in der Ankogelgruppe. (APA)

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