Kaffee und Cola gegen Parkinson

8. März 2002, 11:01
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US-Studie: Koffein schützt die Dopamin ausschüttenden Nervenzellen und senkt damit das Erkrankungs-Risiko

München - Einige Tassen Kaffee oder mehrere Gläser Cola täglich senken deutlich das Parkinson-Risiko. Wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in München unter Berufung auf eine US-Studie berichtete, kann Koffein gezielt die Hirnregion beeinflussen, die für die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin zuständig ist. Bei Parkinson-Patienten ist Dopamin nur noch unzureichend vorhanden, so dass es zu den typischen Symptomen wie Muskelzittern, verlangsamte Bewegung und körperliche Schwäche kommt.

Bereits vor Jahren war im Tierversuch festgestellt werden, dass Koffein die Dopamin ausschüttenden Nervenzellen schützt. Jetzt untersuchten die Wissenschaftler den Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten von 47.000 Männern und mehr als 88.000 Frauen über zehn beziehungsweise 16 Jahre. Im Verlauf der Untersuchung erkrankten 288 Teilnehmer an Parkinson.

Eines der Ergebnisse: Männer, die täglich vier bis fünf Tassen Kaffee tranken, konnten im Vergleich zu anderen Männern ihr Parkinson-Risiko auf fast die Hälfte senken. Bei Frauen genügten ein bis drei Tassen Kaffee täglich, um eine ähnliche Schutzwirkung zu erreichen. Mit einer drastischen Erhöhung des Kaffeekonsums lässt sich das Parkinson-Risiko jedoch nicht weiter reduzieren. Vielmehr geht den Experten zufolge der schützende Effekt bei starken Kaffeetrinkern wieder verloren. Die Ursache dafür soll nun in weiteren Studien untersucht werden.

Ursache der Krankheit immer noch ungeklärt

Allein in Deutschland leiden rund 250.000 Menschen an Parkinson. In Österreich sind es rund 20.000, auf der gesamten Welt etwa vier Millionen. Die Ursache der Krankheit ist immer noch ungeklärt, auch eine völlige Heilung gibt es nicht. Typisch für das Leiden ist unkontrollierbares Zittern (Tremor), das durch einen Mangel des Überträgerstoffs Dopamin im Gehirn entsteht. Schuld daran ist das Absterben der Nervenzellen in der schwarzen Substanz des Gehirns, die Dopamin produzieren. Mit Medikamenten lässt sich dieser Mangel nur über einen begrenzten Zeitraum hinweg behandeln.

Die Krankheit wurde nach dem 1824 gestorbenen britischen Arzt James Parkinson benannt. Sie gilt eigentlich als klassisches Altersleiden, doch sind mittlerweile zehn Prozent der Erkrankten jünger als 40, wie etwa der 38 Jahre alte amerikanische Schauspieler Michael Fox. (APA/AP)

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    foto: photodisc
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