Die Antarktis: ein gedeckter Tisch

7. März 2002, 20:00
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Forschungs-U-Boot findet reiche Vorkommen an Krill unter dem Eis - Existenz der Wal-Weidegründe damit bewiesen

London - Unter den Eismassen der Antarktis hat ein Forschungs-U-Boot große Mengen tierischen Planktons gefunden. In der Nähe und unter der Antarktis sei der so genannte Krill, die Hauptnahrung etwa von Bartenwalen und manchen Fischarten, fünf Mal dichter als im offenen Meer, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Science", in der die Ergebnisse von Forschungen mit dem ferngesteuerten U-Boot Autosub vorgestellt werden.

"Wir haben damit die neue Erkenntnis gewonnen, dass die Nähe zum Eis für den Krill äußerst wichtig ist", sagte Andrew Brierley von der St.-Andrews-Universität in Schottland. Die Krill-Dichte ist bis zu einer Entfernung von 13 Kilometern zum Eis besonders hoch.

Autosub

Das U-Boot Autosub, dessen Entwicklung 8,8 Millionen Euro kostete, wird von einem Motorboot aus zu seinen Missionen unter das Eis geschickt. Das sieben Meter lange U-Boot kann akku-betrieben bis zu 40 Stunden eingesetzt werden und auf eine Tiefe von 1.600 Metern unter Meeresoberfläche abtauchen. Gefördert werden die Untersuchungen von der Britischen Antarktis-Mission BAS und dem Unterwasser-Labor im schottischen Aberdeen.

Antarktis-Spezialisten gehen schon seit längerer Zeit davon aus, dass im Eismeer große Nahrungsvorräte enthalten sind, weil Bartenwale sich dort oft versammeln. Bisher lag für diese Erklärung jedoch kein wissenschaftlicher Beweis vor. Wenn der Krill (Euphausia superba) durch eine Erwärmung der Ozeane abnähme, würde dies die Nahrungskette im Meer insgesamt bedrohen - also auch Pinguine, Albatrosse und Seehunde. (APA)

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    Autosub

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