Bluttests aber keine Trinkpausen

8. März 2002, 11:36
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Ärmellose Kamerun-Trikots nach den Vorgaben der Fachgremien nicht erlaubt

Zürich - Bei der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan werden erstmals in der Geschichte des Fußballs Bluttests durchgeführt. Dies beschloss das WM-Organisationskomitee am Donnerstag in Zürich. Es kam damit einer Empfehlung der medizinischen Kommission als Konsequenz aus den Dopingfällen bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City nach. Demnach müssen bei den WM-Begegnungen je zwei Spieler aus jedem Team neben den obligatorischen Urinproben auch Bluttests abgeben. Darüber hinaus sollen nach Angaben von FIFA-Sprecher Keith Cooper auch unangemeldete Trainingskontrollen durchgeführt werden.

Flexible Spielunterbrechungen zum Trinken

Spezielle Trinkpausen wird es allerdings für die Profis im schwül-warmen Klima Asiens nicht geben. Das vom Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Lennart Johansson, geführte WM-OK lehnte den Antrag ab, die Partien pro Halbzeit für je 60 bis 90 Sekunden zu unterbrechen, damit die Spieler ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen können. Stattdessen sollen die Schiedsrichter die normalen Spielpausen nach Fouls oder Toren flexibel ausdehnen, damit die Spieler trinken können.

Strenge Vorschriften

In anderen Fragen schloss sich das WM-OK den Vorgaben der Fachgremien an. Der deutsche Gruppengegner Kamerun wird demnach die ärmellosen Trikots, mit denen die Schützlinge von Trainer Winfried Schäfer zum Afrika-Cup gestürmt waren, bei der WM nicht tragen dürfen. Die Nationaltrainer müssen nicht mehr einen vorläufigen Kader von 35 WM-Kandidaten benennen, sondern lediglich bis zehn Tage vor WM-Eröffnung am 21. Mai ihr definitives WM-Aufgebot von 20 Feldspielern und drei Torhütern melden. Bis 24 Stunden vor dem ersten Match dürfen Spieler in dem WM-Aufgebot noch ausgetauscht werden, allerdings nur mit einem ärztlichen Attest in einer der vier FIFA-Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch oder Deutsch.

Sicherheit

Größter Diskussionspunkt bei der dreieinhalb Stunden dauernden Sitzung waren die Sicherheitsvorkehrungen in beiden Ländern. Aus diesem Grund werden zu allen Trainingseinheiten der Mannschaften keine Zuschauer zugelassen, da eine Kontrolle unmöglich sei. Medienvertreter sollen mindestens 15 Minuten Zugang zu den Trainingseinheiten haben, können dann aber ebenfalls ausgesperrt werden. (APA/dpa)

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