Solarenergie für Warmduscher

7. März 2002, 19:09
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Wiener Solaroffensive für die nächsten paar Milliarden Jahre

Wien - "Gemütlichkeit ist eine warme Dusche, und die können wir erzeugen mit Solarenergie", schwärmt Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP). Und "die Energie kommt direkt ins Haus. Die nächsten paar Milliarden Jahre - so hoffe ich - wird es sie geben."

So weit die erleuchteten und hoffnungsvollen Aussichten der Wiener Umweltstadträtin - der Blick auf die bisherige Solarnutzung in Wien ist allerdings weit weniger sonnig: Werden österreichweit jährlich rund 200.000 Quadratmeter Kollektorfläche installiert, so sind es in Wien nur läppische 3000 Quadratmeter pro Jahr.

Kossinas Ziel ist es jetzt, dass bis 2010 insgesamt 40.000 Wohneinheiten in Wien Wärme aus der Solarenergie beziehen. Den entsprechenden Anreiz soll eine "Solaroffensive" unter dem Titel "Solar-Net II" liefern: Bis zu 30 Prozent der Installationskosten einer Solaranlage werden künftig von der Kommune und der EU gefördert - die Obergrenze liegt je nach System bei 1500 bis 2200 Euro.

Das größte Potenzial ortet der ökologische Wohnbauberater Robert Korab derzeit bei der Althaussanierung (etwa bei Gemeindebauten, die thermisch saniert werden) sowie "in Gebieten, die vorrangig mit Gas versorgt werden - aber auch eine Kombination mit Biomasseheizung wäre durchaus sinnvoll". Entscheidend sei eine entsprechende Qualifikation der Ausführenden, "man muss einen hohen Standard und hohe Qualitätsgarantien bieten können". Und hier habe es in vergangenen Jahren noch einen Nachholbedarf gegeben. (frei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 3. 2002)

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