Italiener Costa wird neuer Chef der UNO in Wien

7. März 2002, 19:59
1 Posting

Nachfolger von Arlacchi

New York/Rom - Der Italiener Antonio Mario Costa wird neuer Chef des UNO-Sitzes in Wien. Diese Entscheidung gab UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Donnerstag in New York bekannt. Costa war bisher Generalsekretär der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Er tritt in Wien die Nachfolge von Pino Arlacchi an, der im vergangenen Dezember nach Kritik an seiner Amtsführung zurückgetreten war.

Costa war einer von drei Kandidaten der italienischen Regierung für die Leitung des UNO-Sitzes in Wien gewesen. Diese Vorgangsweise war in diplomatischen Kreisen nicht unumstritten.

Wirtschaftsexperte mit reicher Erfahrung

Costa wurde 1941 in Mondovi geboren. Er promovierte in Politikwissenschaften in Turin und erwarb ein Ph.D. der Volkswirtschaft an der University of California in Berkeley. Zwischen 1969 und 1983 arbeitete er in der UNO-Abteilung für Weltwirtschaft und Soziale Angelegenheiten. Danach ging er als Untergeneralsekretär zur OECD nach Paris, wo er bis 1987 beschäftigt war.

Von 1987 bis 1992 war Costa in verschiedenen Funktionen bei der EU-Kommission tätig, zuletzt als Generaldirektor für Wirtschaft und Finanzen. Für die G-7-Gipfel in Venedig im Jahr 1987 und in Toronto 1988 gehörte Costa zu einer Expertengruppe, die an einer gemeinsamen EU-Strategie zur Bekämpfung der Kapitalwäsche, der Korruption und des Bankengeheimnisses arbeitete.

Costa ist verheiratet und Vater von drei Adoptivkindern. Er spricht neben seiner Muttersprache fließend Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Er zählt zu Italiens erfahrensten Wirtschaftsexperten.

Die Bestellung Costas löste Überraschung in Roms diplomatischen Kreisen aus. Er galt als der italienische Kandidat mit den geringsten Chancen, da die Regierung von Silvio Berlusconi stark auf den italienischen Botschafter bei der NATO, Amedeo De Franchis, gesetzt hatte. Nach gut informierten Kreisen wurde De Franchis auch von ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats wie USA und Frankreich unterstützt. (APA)

Share if you care.