"Uni light" oder Stehplatz um 363 Euro inklusive

7. März 2002, 19:46
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Lösungsschema statt Prüfungskorrekturen

Wien - Luisa ist sauer. Anlass für den Unmut der Studentin ist ein Klausurenkurs an der juridischen Fakultät der Universität Wien - oder besser das, was davon übrig blieb. "Uni light" laute die Devise seit (oder trotz) Einhebung von 363,36 Euro Studiengebühr, beklagt Luisa. Konsequente Einschränkung des Angebots bei fulminantem Kostenanstieg.

Besagter Klausurenkurs - übrigens der einzige am Juridicum - ist wichtiger Bestandteil der Vorbereitung für die Zivilrechts-Prüfung. "Ohne ihn geht gar nichts!", sagt Luisa. "Bisher wurde jede einzelne Klausurarbeit persönlich von Universitätsassistenten korrigiert." Deshalb nahm Luisa auch gerne einen überfüllten Hörsaal in Kauf und begnügte sich oft mit einem Stehplatz.

Um so enttäuschter war die Studentin, als sie im November 2001 statt ihrer korrigierten Klausurarbeit eine Kopie mit Lösungsschema zurückbekam. "Zu viel Studierende, zu wenig Geld", rechtfertigte sich das Zivilrechts-Institut. Persönliche Korrektur der Klausurarbeiten sei da finanziell einfach nicht mehr drin.

Wo die versprochene "Universitätsmilliarde" versickert, weiß Luisa nicht, hegt aber einen Verdacht: Seit Herbst ist das Juridicum um etliche Laser-Projektoren reicher. (mwg)

(DER STANDARD, Printausgabe, 8.3.2002)
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