Widersprüche zwischen Amerikanern und Muslimen

7. März 2002, 19:43
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Eine Gallup-Studie zeigt die (Vor-)einstellungen der US-Bürger

Jüngsten Umfragen zufolge empfinden die Amerikaner mehr Abneigung als Zuneigung gegenüber muslimischen Staaten: Eine Gallup-Studie im Auftrag von USA Today und CNN zeigt 41 Prozent ablehnend und nur 24 Prozent positiv eingestellt (35 Prozent ohne Meinung). Die Fragen umfassten neun Länder und reichten von nur 23 Prozent Ablehnung (Türkei) bis zu 45 (Libanon), 48 (Pakistan), 53 (Saudi-Arabien) und 72 Prozent (Iran); Jordanien, Kuwait, Marokko und Indonesien liegen im Mittelfeld.

Ähnliche Umfragen in den neun genannten Ländern selbst zeigten jedoch noch viel stärkere Antipathien gegenüber den USA. In Saudi-Arabien, Jordanien, Pakistan und Iran drückten zwei Drittel der Bevölkerung negative Meinungen aus.

Dabei glauben die Amerikaner im Widerspruch zu ihrer eigenen Haltung zu 70 Prozent, dass die USA sehr an besseren Beziehungen zu muslimischen Ländern interessiert seien; 66 Prozent sehen die USA als fair und 64 Prozent sind der Meinung, dass islamische Werte hoch geachtet werden.

Eine überwältigende Mehrheit in den muslimischen Ländern bezweifelt auch, dass die Attacke des 11. September von Arabern ausgeführt wurde, und verurteilt die US-Militäraktionen in Afghanistan. Präsident George W. Bush reagierte auf die Umfrage mit den Worten, die USA müssten sich besser verkaufen. Er selbst genießt im eigenen Land mit 81 Prozent weiterhin hohe Zustimmung. Kein Präsident vor ihm konnte sich so lange (fünf Monate) über 80 Prozent halten. (DER STANDARD, Printausgabe, 8.3.2002)

STANDARD-Korrespondentin Susi Schneider aus New York
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