London: Schwangere Schauspielerin muss Jungfrau-Rolle abgeben

7. März 2002, 18:00
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Diskriminierungsklage der Gewerkschaft wurde abgelehnt

London - Eine hochschwangere 27 Jahre alte Schauspielerin kann keine Jungfrau im Teenager-Alter auf einer britischen Bühne darstellen. Mit dieser Entscheidung hat ein Arbeitsgericht in London am Donnerstag die Klage von Bethany Halliday (27) gegen eine Theatercompagnie abgelehnt.

Sie hatte wegen "sexueller Diskriminierung" geklagt, weil die Produzenten der Komödie "Pirates of Penzance" von Gilbert und Sullivan sie wegen der Schwangerschaft ungeeignet für die Rolle hielten.

Kein Verkleiden

Auch das Argument der Schauspielergewerkschaft, die Schwangerschaft der Teenager-Jungfrau hätte durch weite Kostüme kaschiert werden können, wurde vom Gericht verworfen. Die Theatercompagnie hatte die Ansicht vertreten, eine Hochschwangere in der fraglichen Rolle stelle "die künstlerische Integrität der gesamten Produktion in Frage". Außerdem gehöre zu der Rolle, dass die Hauptdarstellerin ein eng sitzendes Korsett trage. "Ich freue mich, dass der gesunde Menschenverstand gesiegt hat", sagte der Theaterdirektor. Ein Sprecher der Gewerkschaft meinte hingegen: "Wir halten es nach wie vor für inakzeptabel, nur wegen einer Schwangerschaft eine Schauspielerin zu diskriminieren." (APA/dpa)

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