Mazedonien mit EU-Eingreiftruppe einverstanden

7. März 2002, 16:59
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Trajkovski ruft Brüssel auf, Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zu ratifizieren

Brüssel - Mazedonien wäre nach den Worten seines Präsidenten Boris Trajkovski mit einer Übernahme des bisherigen NATO-Einsatzes durch Truppen der Europäischen Union einverstanden. "Wir wollen keine Entscheidung begünstigen, das hängt von der NATO und der EU ab", sagte Trajkovski am Donnerstag in Brüssel nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Romano Prodi. Mazedonien werde mit jedem Beschluss einverstanden sein, der im Einvernehmen zwischen NATO und EU gefällt werde.

Die NATO steht mit einer von der deutschen Bundeswehr geführten, etwa 700 Soldaten starken Truppe zum Schutz der internationalen zivilen Beobachter in dem Balkan-Land. Das Mandat dazu läuft bis Ende Juni. Die Europäische Union, die seit Ende 2001 über eine eigene, aber noch nicht vollständig aufgebaute Einsatztruppe verfügt, hat Interesse an einer Übernahme des Einsatzes vom Sommer an gezeigt. Dies wäre dann der erste Einsatz der Kriseneingreiftruppe, die später einmal bis zu 60.000 Soldaten am Boden umfassen soll. Beschlüsse sind noch nicht gefallen.

Trajkovski rief die EU auf, das mit seinem Land vor knapp einem Jahr unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zu ratifizieren. Mit dem Pakt soll Mazedonien näher an Europa herangeführt werden.

Prodi erhoffte sich wichtige Impulse für den Wiederaufbau des Balkanlandes von einer internationalen Geberkonferenz, die seine Behörde und die Weltbank am kommenden Dienstag in Brüssel planen. "Wir haben uns für diese Konferenz eingesetzt. Was geschehen ist, ist vorbei", sagte Prodi. (APA/dpa)

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