Airbus schlägt Boeing

7. März 2002, 17:01
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Europäer setzen sich bei 3,5 Milliarden Euro-Auftrag für südafrikanische Langstreckenflotte gegen US-Konkurrenten durch

Harare/Johannesburg - Dem europäischen Flugzeughersteller Airbus ist mit einem Milliardenauftrag aus Südafrika ein strategisch wichtiger Durchbruch bei einem bisher treuen Boeing-Kunden gelungen. Nach Angaben der nationalen Fluggesellschaft South African Airways (SAA) ging Airbus als Sieger aus dem Wettrennen mit seinem US-Konkurrenten hervor. SAA-Chef Andre Viljoen bezifferte den Listenpreis des Auftragsvolumens auf 3,5 Mrd. Dollar (nicht Euro wie in APA533). Allerdings habe er mit Airbus einen beträchtlichen Preisnachlass ausgehandelt. SAA wird nicht nur die bisher modernsten Airbus-Langstreckenversionen erwerben, sondern auch ihre gerade erst angeschafften Boeing-Mittelstreckenjets mehrheitlich durch Airbus-Muster ersetzen. Insgesamt geht es um 41 Flugzeuge.

Der europäische Flugzeughersteller aus Toulouse wird in den kommenden acht Jahren jeweils sechs Maschinen der vierstrahligen Muster A340-600 und A430-300 liefern. Zusätzlich nimmt SAA ihm elf geleaste Maschinen der in Hamburg zusammengebauten Kurzstreckenjets A319-100 sowie 15 Mittelstreckenflugzeuge des Typs A320-200 ab. Die elf A319 sollen die 22 veralteten Boeing 737-200 der SAA bis zum Jahr 2005 ersetzen, und die 15 A320-Jets in den Jahren 2010/2011 insgesamt 16 neue Boeing 737-800 der südafrikanischen Airline ablösen. SAA hatte erst vor zwei Jahren bei der Erneuerung der Kurz- und Mittelstreckenflotte für 4,3 Milliarden Rand (430 Mio Euro) Boeings modernste Muster erworben.

Schlüsselmarkt

Südafrika gilt als strategischer Schlüsselmarkt für den Kontinent. Als treuer Boeing-Kunde hat SAA bisher ausschließlich Flugzeuge aus US-Fabrikation geflogen. Die Airbus A340-600 ist das bisher modernste und längste zivile Passagierflugzeug der Welt. Die neuen Flugzeuge seien kostengünstiger, verbrauchsärmer und damit umweltverträglicher als die alten und würden auch weniger Wartung beanspruchen. "Die neue Flotte wird uns Flexibilität beim Einsatz auf den meisten unserer Routen und Netzwerke sowie auch zehn Prozent mehr Sitzkapazität geben", sagte Viljoen in Johannesburg.

SAA wollte bei der Ausschreibung des Auftrags im vergangenen September ursprünglich nur seine veralteten Langstrecken-Flugzeuge erneuern, die aus 14 Boeing 747 Jumbo-Jets besteht. Zur Auswahl stand der SAA neben Boeings "Triple Seven"-Modell 777-200 die Airbus-Schwestertypen A330/340. Zuletzt wurden auch Angebote europäischer und amerikanischer Fluggesellschaften für relativ neue Gebraucht-Flugzeuge untersucht. (APA/dpa)

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