Österreich als Modell für modernen Frauenstrafvollzug

7. März 2002, 16:33
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Katholische Frauenbewegung fordert anlässlich des Frauentages konkrete Hilfe statt leerer Solidaritätsphrasen für inhaftierte Frauen

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs erhebt in ihrer Presseaussendung ihre Stimme für jene gefangenen Frauen, die in weiten Teilen der Welt unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und vielfach völlig entrechtet seien. Chancengleichheit für die diskriminierte Minderheit weiblicher Gefangener, bessere Ausstattung für Frauengefängnisse, mehr Ausbildungsmöglichkeiten und qualifizierte psychologische Betreuung seien vonnöten. Österreich könnte dabei als Modell für modernen Frauenstrafvollzug dienen.

Österreichische PolitikerInnen müssten Druck machen

"Wir erwarten uns von den zuständigen österreichischen PolitikerInnen, dass bei internationalen Kontakten ein besonderes Augenmerk auf die Situation von Frauen in Haft gelegt und Druck auf jene Länder gemacht wird, die die Menschenwürde von Inhaftierten nicht respektieren", betont Margit Hauft, Vorsitzende der kfbö.

Benefizlesung von Elisabeth Orth für gefangene Frauen

Kammerschauspielerin Elisabeth Orth unterstützt das Engagement der kfbö. Sie wird am Dienstag, 12. März 2002 im Festsaal des Hauses der Industrie in Wien literarische Texte über Verbrechen von Frauen und persönliche Zeugnisse von weiblichen Häftlingen vorlesen. Die dabei lukrierten Spenden sollen zur Sanierung des desolaten Frauengefängnisses in Gomel verwendet werden.

Im derzeit einzigen Frauengefängnis Weißrusslands leben 2.500 Frauen zusammengepfercht in alten Holzbaracken, die für 1000 Inhaftierte konzipiert wurden. Die Sanitäranlagen seien äußerst mangelhaft, sodass die Körperpflege zum Problem wird. Mit den Frauen leben deren Kinder bis zur Vollendung ihres vierten Lebensjahres in einem eigenen "Kinderhaus" hinter Gittern.

Hilfsaktion für Frauengefängnis in Gomel

Die Caritas Gomel hat auf diese verheerenden Zustände aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten. "Welt der Frau", eine von der kfbö herausgegebene Frauenzeitschrift, will nun mit privater und öffentlicher Hilfe diese Zustände ändern. Zahlreiche Persönlichkeiten wie Barbara Coudenhove-Kalergi, Barbara Frischmuth, Dr. Barbara Helige, Superintendentin Mag. Gertraud Knoll, Irmgard Schmidleithner und Emmy Werner unterstützen dieses Projekt.

Das Justizministerium erklärte sich nun bereit, eine Delegation aus Weißrussland nach Österreich einzuladen, um modernen Frauenstrafvollzug kennenzulernen. Die Benefizveranstaltung mit Kammerschauspielerin Elisabeth Orth bildet den Auftakt zu diesem Besuch.

(red)

Lesung von Elisabeth Orth

Die, 12.03.02
20:00
Festsaal des Hauses der Industrie
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