Mazedonien liefert mutmaßliche Terroristen an USA aus

7. März 2002, 16:07
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Vier Verdächtige nach Guantanamo gebracht

Washington - Mazedonien hat vier mutmaßliche Terroristen an die USA ausgeliefert. Wie die US-Zeitung "Washington Post" am Donnerstag berichtete, wurden die zwei Jordanier und zwei Bosnier auf den US-Marinestützpunkt Guantanamo auf Kuba gebracht, auf dem mutmaßliche Taliban- und El Kaida-Kämpfer gefangen gehalten werden. Die vier Verdächtigen sollen Anschläge gegen Einrichtungen Deutschlands, Großbritanniens und der USA geplant haben.

Dies werde durch abgehörte Telefongespräche belegt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mazedonische Behördenvertreter. Mazedonische Ermittler übergaben dem US-Geheimdienst demnach noch weitere Beweismittel wie Computerdisketten. Die vier Männer waren im vergangenen Monat in der Nähe der US-Botschafterresidenz in Skopje festgenommen worden.

Am Samstag hatte die mazedonische Polizei bei Skopje sieben bewaffnete Männer getötet, die angeblich Anschläge auf mehrere ausländische Botschaften in der Hauptstadt geplant hatten. Nach Angaben von Innenminister Ljube Boskovski handelte es sich bei mindestens zwei Männern um Pakistaner, die in Afghanistan gekämpft hätten. Den Ermittlungen zufolge planten auch diese Anschläge auf die diplomatischen Vertretungen Deutschlands, Großbritanniens und der USA sowie auf hohe Beamte. Boskovski sagte der "Washington Post", dass die "terroristische Gefahr" in Mazedonien unvermindert fortbestehe. Er habe Informationen darüber, dass eine weitere Gruppe Anschläge in Mazedonien plane.(APA)

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