USA: Aufschwung setzt ein

8. März 2002, 16:39
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Überraschend mehr Jobs und weniger Arbeitslose - Senat billigt abgespecktes Konjunkturprogramm

Washington - In den USA mehren sich die Zeichen, dass sich die Wirtschaft in einem schnelleren Tempo erholt als ursprünglich angenommen. Wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte, stieg im Februar die Zahl der Arbeitsplätze überraschend stark - zum ersten Mal seit sieben Monaten - an, und die Arbeitslosenquote ging auf 5,5 Prozent zurück. Analysten hatten für Februar einen Stand von 5,8 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im Jänner erwartet, da die Arbeitslosigkeit in der Regel zu Beginn eines Aufschwungs weiter wachse.

Greenspan: Konjunkturaufschwung "im vollem Gange"

Die gute Nachricht vom Arbeitsmarkt kam einen Tag, nachdem sich der Präsident der US-Zentralbank, Alan Greenspan, ebenfalls positiv über die Wirtschaftsentwicklung geäußert hatte. Danach ist der Konjunkturaufschwung in den USA "im vollen Gange". In knapp zwei Wochen wird der für die Zinsentwicklung zuständige Notenbank- Offenmarktausschuss erneut beraten. Analysten gehen davon aus, dass die Zentralbank "neutral" bleiben und erklären wird, die Risiken für die Wirtschaft seien nunmehr ausgeglichen zwischen Inflation und schwachem Wachstum.

Während im Jänner die Zahl der Arbeitsplätze noch um 126.000 zurückgegangen war, stieg sie im Februar um 66.000 an. Das ist der größte Zuwachs seit fast einem Jahr. So nahm - zum Teil wegen ungewöhnlich warmen Wetters - die Beschäftigung bei Baufirmen zu. Aufwärts ging es auch beim Einzelhandel, den Fluggesellschaften und Regierungsbehörden. Die Arbeitsplatzverluste in den Fabriken waren die geringstem seit mehr als einem Jahr.

"Rapide Wende"

"Die Wirtschaft erholt sich etwas schneller als wir erwartet hatten, und der jüngste Arbeitsmarktbericht ist ein weiterer Beweis dafür", sagte Chefökonom Gregory Miller von der SunTrust Banks in Atlanta. "Das ist wirklich eine rapide Wende."

Senat billigt abgespecktes Konjunkturprogramm

Der US-Senat hat am Freitag unterdessen eine abgespeckte Version des Konjunkturprogramms von US-Präsident George W. Bush gebilligt. Eine Mehrheit der Senatoren stimmte für die Gesetzesvorlage einen Tag nachdem bereits das von Republikanern dominierte Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit das Programm in dieser Form angenommen hatte. Das Programm geht nun an den US-Präsidenten, der es nach früheren Angaben auch unterschreiben will.

Das Programm sieht Ausgaben in Höhe von 42 Mrd. Dollar (47,5 Mrd. Euro) über zehn Jahre vor und soll die US-Wirtschaft ankurbeln. Das Programm hatte ursprünglich ein Volumen von rund hundert Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen. (APA/dpa/Reuters)

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