WintersportlerInnen aufgepasst!

9. März 2002, 20:00
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Sportmedizinische Studie attestiert Österreichs Ski- und Snowbaordbegeisterten "bedenkliche und langfristig katastrophale" Gesundheit

Linz - Als "bedenklich und langfristig katastrophal" eingestuft wird die Gesundheit von vielen Ski- und SnowboardfahrerInnen in einer vom Allgemeinen Sportverband Oberösterreich (ASVOÖ) in Auftrag gegebenen und Mittwochabend gemeinsam mit dem Sportartikelhändler Eybl in Linz präsentierten sportmedizinischen Studie. Demnach sei die große Masse der 2,7 Millionen in Österreich Skifahrenden auf den Pistenspaß schlecht vorbereitet.

Der ASVOÖ beauftragte den Sportmediziner Christian Angleitner mit einer Studie. Dieser untersuchte 120 auf Breitensportniveau aktive SkifahrerInnen in ASVOÖ-Mitgliedsvereinen nach verschiedenen Kriterien. Unter anderem führte er Muskelfunktionstests durch und erstellte eine "Kraft-Ausdauer-Rumpfmuskulatur"-Diagnose. Außerdem wurden alle TeilnehmerInnen eingehend nach Verletzungen und Beschwerden im Zusammenhang mit ihrem Skilauf befragt.

Muskelschwäche

Konkret klagte die Hälfte der untersuchten und im Schnitt 18 Jahre alten Mitglieder von Skivereinen bereits über Beschwerden am Bewegungsapparat. Als "auffallend, absolut bedenklich und langfristig katastrophal" stufen die AutorInnen der Studie die generelle Schwäche der rumpfstabilisierenden Muskulatur ein, ebenso die bei 61 Prozent festgestellte Verkürzung der Muskulatur im Beinbereich. Das seien nach Einschätzung von MedizinerInnen die Hauptursachen für Überlastungssyndrome - die "Volksseuche Rückenschmerzen" sowie vorzeitige Gelenksalterung, also Arthrose, und ähnliche Spätfolgen.

Die Ergebnisse wurden verglichen mit jenen aus einer im vergangenen Jahr in Salzburg durchgeführten Erhebung bei Nicht-Vereinsmitgliedern. Dabei stellte sich heraus, dass die in Vereinen organisierten BreitensportlerInnen zwar mehr Sport betreiben als Nicht-Vereinsmitglieder, aber weder einen wesentlich besseren, noch einen deutlich schlechteren körperlichen Allgemeinzustand aufweisen.

Bewegungsmangel

Dennoch sollte nach Ansicht des ASVOÖ dem akuten Bewegungsmangel der Bevölkerung - Hauptverursacher von Herz- und Kreislauferkrankungen - durch die Förderung von Breitensport entgegengewirkt werden. Es sei - unter kompetenter Betreuung - notwendig, den Sport gesünder und gesundheitsfördernder zu machen. Und mit laufenden Untersuchungen sollte die Entwicklung des Gesundheitszustandes kontrolliert werden. (APA)

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