Kampf um die billigen Plätze

8. März 2002, 11:59
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Vorstandschef Sörensen: AUA will kein Low-Cost-Carrier sein

Wien - "Wir wollen beim Segment der Billig-Airlines mitpartizipieren, weil dieser Markt der am schnellsten wachsende ist", aber eine Billigfluglinie wird die AUA nicht werden: Das kündigten AUA-Chef Vagn Sörensen und Marketingvorstand Josef Burger an. Sie wollen vor allem mit speziellen Preisangeboten eine zusätzliche Kundenschicht ansprechen und damit der irischen Ryanair, die von einigen Bundesländerflughäfen mit Billigtarifen wirbt, Paroli bieten.

Für beide steht jedenfalls fest: "Wir fliegen nicht gegen die Ryanair, wir wollen am Markt partizipieren und so ein Zusatzgeschäft lukrieren." Bisherige Aktionen zeigten, dass mit den billigen Tickets hauptsächlich Impulskäufer gewonnen werden konnten, die grundsätzlich nicht vorgehabt haben zu fliegen.

Netzwerkcarrier

Sörensen stellte allerdings klar: Die AUA sei ein Netzwerkcarrier, eingebunden in die Star Alliance, die zahlreiche Transferflüge anbietet. Schon allein deshalb seit sie weit entfernt von einem Low-Cost-Carrier, der immer nur von und zu einem bestimmten Punkt fliegt. Aber weil ein Teil der AUA-Kunden beides will, wird die AUA ihre Preisaktionen fortsetzen. Nur dürfe nicht übersehen werden, dass auch bei den Billigfliegern nicht jedes Ticket nach Londond 29 EURO koste, sondern nur ein kleiner Teil und der Rest eben auch um 300 EURO verkauft werde, so Sörensen zum STANDARD.

Fest steht jedenfalls für Sörensen der Entschluss, das Büro in Wien-Oberlaa aufzugeben und auf den Flughafen zu übersiedeln, wo künftig alles unter einem Dach (Fracht, Logistik, Lauda Air etc.) vereint sein soll. Ob neu gebaut wird oder Büros gemietet werden, werde erst der Rechenstift zeigen. Zu allererst gelte es, einen Mieter für das derzeitige Objekt zu finden, dann einen Käufer, der das vermietete Haus erwirbt. Für die AUA müsse sich unterm Strich ein Kostenvorteil ergeben.

Nach der Streichung zahlreicher Destinationen im Winter zeigte sich die AUA für das Sommergeschäft vorsichtig optimistisch. Neu im Programm sind die Messestadt Posen in Polen und Dubrovnik. Mit großem Interesse wird die Situation in Kabul verfolgt. Das britische Militär ist beauftragt, die Infrastruktur für die zivile Luftfahrt wieder herzustellen. Die AUA möchte eine der ersten Airlines sein, die in der afghanischen Hauptstadt landet.

Im Sommer wird die Frequenz der Linie Wien-Delhi-Wien saisonbedingt auf drei Flüge pro Woche zurückgenommen. Ab dem Winterflugplan 2002/03 wird es wieder sechs Flüge pro Woche geben. Flüge in die USA, nach Thailand, China und Japan werden wieder verstärkt. So wird Wien-Tokio nach Eröffnung einer zweiten Landebahn am Flughafen Narita von derzeit drei auf fünf Nonstop-Verbindungen wöchentlich erweitert. Auch Kanada ist ab 1. Mai wieder im Programm. Zum Jahresende sollte nach einem Verlust im Vorjahr ein leicht positives Betriebsergebnis von vier Mio. EURO erzielt werden. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 8.3.2002, red)

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