Weiterhin Gratis-SMS bei uboot.com und sms.at

7. März 2002, 15:33
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Trotz Interconnect-Gebühr - Allerdings limitiert, nur für registrierte Kunden und gegen Werbung

Ab Mitte des Jahres 2002 rechnet UCP Telekom, Betreibergesellschaft der Internetplattformen sms.at und uboot.at, mit der Einführung von Interconnect-Gebühren für das Versenden von SMS via Internet. Doch UCP möchte die Kosten nicht direkt auf die Kunden abwälzen, sondern plant für registrierte Kunden eine noch nicht bekannte Zahl an Gratis-SMS, erklärte Christian Lutz, Geschäftsführer und Gründer von UCP bei einem Pressegespräches am Donnerstag.

SMS sorgt für 15 bis 20 Prozent des gesamten Umsatzes der Handy-Betreiber

Die rasante Zunahme von SMS als Kommunikationsmittel hat dazu geführt, dass der SMS-Markt laut UCP bereits 15 bis 20 Prozent des gesamten Umsatzes der Handy-Betreiber ausmachen. Mit der Einführung einer Interconnect-Gebühr möchten diese nun auch mit SMS, die via Internet verschickt werden, Umsätze generieren. Lutz rechnet mit einer schnellen Einigung der Telekombetreiber und mit Kosten von drei bis sechs Cents je SMS. UCP zahlte schon jetzt rund 2 Cents pro SMS an die jeweiligen Betreiber, welche UCP bis jetzt durch Werbung gedeckt hatte.

Marktbereinigung

UCP sieht die Einführung der Interconnect-Gebühr positiv, da die Gebühr zu einer Marktbereinigung und einer Marktkonzentration führe. Da SMS-Betreiber schon jetzt hohe Fixkosten pro Monat plus variable Kosten an die Handy-Betreiber entrichteten, wird es nun für kleine Anbieter noch schwerer vom SMS Markt profitieren zu können. Über SMS.at werden derzeit von 5,6 Mill. registrierten Usern rund 300 Mill. SMS pro Jahr verschickt.

"Für kleinere SMS-Anbieter wird es in der Zukunft eine Grundsatzentscheidung werden"

Von der Einführung der Gebühr profitieren vor allen die großen Telekomgesellschaften, die sich nun für ihre eigenen SMS-Plattformen einen Kostenvorteil verschaffen. "Für kleinere SMS-Anbieter wird es in der Zukunft eine Grundsatzentscheidung werden, ob sie SMS anbieten oder nicht", warnt Lutz. UCP kooperiert schon jetzt als SMS-Betreiber mit Plattformen wie Ö3, Billa, AUA oder Sony.

"Wir planen jedoch nicht registrierte User mit Werbe-SMS zu bombardieren"

User erhalten auch nach Einführung der Gebühren Gratis-SMS bei UCP-Plattformen, wenn sie sich dort mit ihrer Handynummer registrieren. Das Registrieren des Users mit Handy-Nummer wird auf der SIM-Karte des Handys gespeichert, ein mehrmalige Registrieren bei einem Betreiber ist somit nicht möglich. "Wir planen jedoch nicht registrierte User mit Werbe-SMS zu bombardieren", will Christian Lutz Kunden die Angst nehmen sich bei sms.at registrieren zu lassen.

Weiterhin ein wichtiges Kommunikationsmitte

In Ländern wie Dänemark, Italien, Spanien und den Niederlanden wurden bereits Interconnect-Gebühren eingeführt. "Wie wir in anderen Länder gesehen haben wird SMS auch weiterhin ein wichtiges Kommunikationsmittel bleiben. Wir rechnen nach Einführung der Kosten naturgemäßen mit einem leichten Rückgang der SMS-Aktivität, doch wir versuchen natürlich mit allen Mitteln unsere Kunden zu halten", so Lutz weiter. Neue Anwendungen wie den Reminder oder das neue Plus-Paket von sms.at sollten die Bedeutung der Kurzmeldungen weiter steigern. (APA)

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