Schröder kritisiert Bossis Attacken gegen EU

7. März 2002, 12:46
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Vergleich zwischen EU und Stalinimus und Faschismus sei "unhistorisch und unsinnig"

Rom - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die jüngsten Attacken des italienischen Reformministers Umberto Bossi gegen die EU als "unhistorisch und unsinnig" kritisiert. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine derartige Position Teil der offiziellen italienischen Politik wird", sagte Schröder in einem Interview der Tageszeitung "Corriere della Sera" (Donnerstagausgabe).

Bossi hatte am vergangenen Wochenende die EU mit dem Stalinismus und dem Faschismus verglichen. Er war deshalb von der EU-Kommission und der italienischen Opposition scharf kritisiert worden. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte hingegen Bossi in Schutz genommen und von einem "Sturm im Wasserglas" gesprochen.

Schröder bestreitet Irritationen zwischen Berlin und Rom

Zugleich bestritt Schröder, dass es zuletzt "Irritationen" zwischen Berlin und Rom gegeben habe. Die offizielle Europapolitik Italiens sei weder euroskeptisch noch gegen Europa gerichtet. "Wenn es Probleme gegeben hat, sind diese im Interesse Europas gelöst worden", betonte Schröder. Italien hatte in den vergangenen Monaten vor allem in Justizfragen Differenzen mit den EU-Partnern gehabt.

Deutschland habe auch keine Einwände dagegen gehabt, den italienisch-deutschen Gipfel an diesem Freitag in Triest nur im engen Kreis stattfinden zu lassen, sagte Schröder weiter. An dem nur wenige Stunden dauernden Treffen werden nur Schröder und der gastgebende italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi teilnehmen.(APA/dpa)

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