Hollywood soll Premiere retten

11. März 2002, 22:56
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Kirch-Gruppe will angeblich Filmstudios - darunter Disney und Columbia - am Abo-Fernsehen beteiligen

Die finanziell angeschlagene Kirch-Gruppe will angeblich Hollywood-Studios, darunter Disney und Columbia, ihrem Pay-TV-Sender Premiere beteiligen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Donnerstag, dass der Münchner Medienkonzern bereits seine Hausbanken von dem Plan unterrichtet hätte. Ein Firmensprecher bezeichnete die Meldung als "Spekulation", und sagte lediglich: "Die Kirch-Gruppe ist dabei, eine stabile Lösung für die Eigentürmerstruktur und die Finanzierung ihrer Pay-TV-Plattform zu suchen."

Kredite ausgelaufen

Auch einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach bereits vor einigen Tagen Kredite in "signifikanter Höhe" der DZ Bank an Kirch ausgelaufen und nicht bezahlt worden sei, bestätigte der Kirch-Sprecher nicht. Er verwies auf die laufenden Gespräche mit den Gläubigerbanken und betonte, dass der Konzern gegenüber den Banken "volle Transparenz hergestellt" habe. Der Zeitung zufolge schuldet Kirch der DZ Bank insgesamt 400 Mill. Euro. Laut "FTD" könnte die Bank nach Meinung von Anwälten nun vor Gericht einen Antrag auf Insolvenz stellen. Deshalb sei der Medienkonzern jetzt vom Wohlwollen der Bank abhängig.

Ein Sprecher der DZ Bank sagte lediglich, man setze sehr stark auf eine konstruktive Lösung. Der Medienkonzern Kirch selbst beziffert jüngst seine Schulden auf 6,5 Mrd. Euro. (APA/AP)

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