Almodovars Stierkampf-Drama vor Start

7. März 2002, 21:33
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"Hable con Ella", der Eröffnungsfilm des Pariser Festivals, war wegen Tötung von vier Stieren angefeindet worden

Paris - Der jüngste Film von Pedro Almodovar, das Stierkampf-Melodram "Hable con Ella" (Sprich mit ihr), wird am 1. April das Pariser Filmfestival eröffnen. In dem Film steht die spanische Sängerin Rosario Flores als Stierkämpferin vor der Kamera. Die Geschichte lehnt sich an die Geschichte der Cristina Sanchez an, die sich Ende der Neunziger als Matadorin erst pionierhaft durchgesetzt hatte, nach ein paar furiosen Jahren jedoch aus Protest gegen die Branche weider zurückgetreten war.

Tierschützer in Spanien von der Organisation Animal Amnesty hatten während der Dreharbeiten Alodovar beschuldigt, er hätte vier Stiere "qualvoll" getötet. Laut den Tierschutzbestimmungen dürften Filmszenen, die Tierquälereien oder Leiden von Tieren zeigen, nicht echt sein. Almodovars Produktionsgesellschaft El Deseo bestätigte, es sei eine Stierkampfszene gedreht worden, bei der vier Tiere getötet worden seien. Alle nötigen Genehmigungen hätte man erhalten, für die Szene sei ein Schüler der Madrider Stierkämpferschule engagiert worden: "Der Kampf erfolgte in der für die Tiere schonendsten Weise".

Wie die Pariser Veranstalter am Mittwoch bekannt gaben, ist die 17. Auflage des Festivals vor allem dem spanischen Kino gewidmet.

Gezeigt werden sollen aber auch andere Filme aus Ländern von Argentinien bis Korea sowie der US-Streifen "In the bedroom" von Todd Field mit Sissy Spacek, mit fünf Nominierungen der große Favorit für die diesjährigen Oscars.

Ehrenpräsidentin des bis zum 9. April laufenden Filmfests in Kinos auf den Champs-Elysees und mehreren Vierteln von Paris ist die Schauspielerin Isabelle Adjani; als Stargäste sind vor allem Darsteller und Filmemacher aus Spanien geladen. (APA)

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