Behinderten-Beschäftigung relativ konstant

7. März 2002, 11:42
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3,6 Prozent mehr Behinderte im Vorjahresvergleich

Wien - Nach einem leichten Anstieg in den letzten Jahren ist die Zahl der von Behinderten besetzten Pflichtstellen zuletzt konstant geblieben. Ein Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, pro 25 Arbeitnehmern einen Behinderten zu beschäftigen. Dieser Verpflichtung kommen knapp zwei Drittel der Unternehmer nach, der Rest kauft sich quasi mit der so genannten Ausgleichstaxe frei.

Von 1995 bis 1997 ist die Zahl der besetzten Pflichtstellen von 59,3 auf 64,4 Prozent angestiegen. Seither ist diese Zahl relativ konstant geblieben. Im Jahr 2000 waren von 84.869 Pflichtstellen 54.818 oder 64,6 Prozent besetzt. Der öffentliche Dienst kommt dieser Verpflichtung in etwas höherem Maße nach. Von den 7.400 Pflichtstellen des Bundes waren 78,8 Prozent besetzt.

Unternehmer freigekauft

In 30.051 Fällen haben sich die Unternehmer freigekauft und die Ausgleichstaxe von 196 Euro (2.700 S) monatlich bezahlt. Dieser Betrag ist zuletzt im Juli des Vorjahres - damals aber gleich um 640 Schilling (46,5 Euro) - angehoben worden. Bis Ende 2003 soll diese Taxe nun unverändert bleiben und dann wieder jährlich angehoben werden. Der Ausgleichstaxenfonds war im Jahr 2000 mit 739 Mill. S (53,7 Mill. Euro) gefüllt, der Bund zahlte 38,8 Mill. S (2,82 Mill. Euro) an Ausgleichstaxen.

Es liegen keine aktuelleren Zahlen vor, weil die Ausgleichstaxen erst im Nachhinein bezahlt werden. Die Unternehmen, die nicht die ihnen vorgeschriebene Zahl an Behinderten einstellen, bekommen erst im Mai oder Juni des Folgejahres die Vorschreibung.

Mit Stichtag 1. Jänner 2002 waren 83.431 Personen als so genannte begünstigte Behinderte registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um rund 2.900 Personen oder 3,6 Prozent. Begünstigte Behinderte haben einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent. Sie müssen einen Antrag bei einem Bundessozialamt stellen und Österreichischer Staatsbürger bzw. Bürger eines EWR-Staates sein. Mehr als 56.000 von ihnen oder 68 Prozent stehen in Beschäftigung.

Im Rahmen der so genannten "Behindertenmilliarde" wurden nach Angaben des Sozialministeriums im Vorjahr 349 Projekte mit insgesamt 544 Mill. S (39,5 Mill. Euro) gefördert. Dazu kamen Individualförderungen im Ausmaß von 182 Mill. S (13,23 Mill. Euro). In die Maßnahmen der Beschäftigungsinitiative waren insgesamt rund 13.500 Teilnehmer eingebunden. (APA)

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