chello: "300 Gigabyte im Monat sind zuviel"

7. März 2002, 17:19
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Downloadvolumina: Breitbandprovider mahnt "Unfaire-User" verstärkt ab - Der WebStandard hat nachgefragt

User des Internet-Providers Chello, einer Tochter von UPC/Amsterdam haben in den letzten Tagen wieder Post bekommen. Anlass: das nicht eingehaltene Download-Limit.

Keine Sperrung von "Heavy Usern"

Viele Kunden haben daraufhin befürchtet nun gesperrt zu werden oder hohe Mahngebühr zahlen zu müssen. In einem kurzen Gespräch mit der Unternehmenssprecherin von UPC Telekabel, Ingeborg Schultes-Holenka, konnte der WebStandard Antworten auf einige Fragen erhalten. Hier nun nachzulesen:

Web: Werden zur Zeit von Chello solche Schreiben (bezüglich überhöhten Download-Mengen) verschickt?

Schultes-Holenka: JA, das ist ein Routinevorgang, der laufend passiert.

Web: "Was geschieht wenn ein User sein Surfverhalten nicht ändert?"

Schultes-Holenka: "Wir bitten den Kunden um Kontaktaufnahme, um ihm das für sein Nutzungsverhalten bestmögliche Produkt anzubieten, z.B. chello plus oder evtl. ein Businessprodukt".

Web: "Mussten Sie schon Mahngebühren einheben oder User sperren?"

Schultes-Holenka: "Mahngebühren heben wir in diesem Zusammenhang nicht ein. Verstößt jedoch ein Kunde gegen das Gesetz oder unsere allg. Geschäftsbedingungen, z.B. durch NS-Wiederbetätigung, Besitz und Verteilung von kinderpornographischen Inhalten, Spamming etc. so kann dieser nach Vorankündigung vom Netz genommen werden! Wir sperren aus diesen Gründen auch immer wieder Usern den Zugang. Bei allen Abschaltungen handelt es sich aber EINDEUTIG um illegale Nutzung, niemals aber um sog. "Heavy User".

Web: "Ab welchem Limit ist "Fair Use" überschritten?"

Schultes-Holenka: "Das Thema "Fair Use" ist uns sehr wichtig und wir möchten mit unserem Schreiben darauf aufmerksam machen. Derzeit gibt es eine kleine Gruppe von weniger als 2% unserer Kunden, die den Service chello sehr intensiv nutzt. Wir haben z.B. im Jänner einen User identifiziert, der über 300 GB im Monat downgeloadet hat! Eine unvorstellbare Datenmenge wie diese bedeutet, dass der User einige Tausend Musik CD´s, einige Hundert Filme downgeloadet hat. Dies ist ein Verhalten, das jedoch 98% unserer Kunden massiv in deren Gebrauch des Services behindert und einschränkt. Einem derartigen Userverhalten können und wollen wir aus Rücksicht auf das Gros unserer Kunden nicht tatenlos zusehen".

Web: "Falls ein User beim ersten Schreiben nicht reagiert, gibt es dann weitere Briefe oder wird der Account sofort gesperrt?"

Schultes-Holenka:

"Wir versuchen auf jeden Fall mit dem Kunden in Kontakt zu treten, um die weitere Vorgehensweise mit ihm zu besprechen. Aus diesem Grund haben wir in unserem Schreiben auch eine Telefonnummer angegeben, unter der wir für Rückfragen jederzeit erreichbar sind".

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