Verletzte Soldaten aus Kabul ausgeflogen

7. März 2002, 09:39
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Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft angekündigt

Kabul - Einen Tag nach der schweren Explosion auf einem Sprengplatz in Kabul sind fünf verletzte deutsche und drei dänische Soldaten am Donnerstag aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen worden. Die zum Teil schwer verletzten Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF wurden zunächst nach Usbekistan gebracht. Vom dort sollen sie noch am Donnerstag in ihre Heimatländer geflogen werden. Unterdessen wurden Ermittlungen der deutschen Staatsanwalt zur Aufklärung des Zwischenfalles angekündigt.

Beim Versuch, zwei alte russische Flugabwehrraketen des Typs SA 3 zu entschärfen, war es am Mittwoch in Kabul zu einer vorzeitigen Explosion gekommen, bei der zwei deutsche und drei dänische Soldaten getötet wurden. Acht weitere Soldaten aus Deutschland und Dänemark wurden dabei verletzt, drei von ihnen schwer.

Expertenteam untersucht Ursachen des Unglücks

In Kabul gingen unterdessen an der abgesperrten Unglücksstelle unweit des deutschen Hauptquartiers die Bergungsarbeiten weiter. Die genaue Unglücksursache war zunächst noch unbekannt. Offenbar war die Rakete explodiert, bevor die Soldaten die kontrollierte Zündung vorbereitet hatten. Ein deutsch- dänisches Expertenteam soll die genauen Umstände des Unglücks untersuchen.

Zur Aufklärung der Todesfälle der zwei deutschen Soldaten in Afghanistan wird nach Angaben des Bundeswehr-Verbandes auch die deutsche Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen. "Es wird mit Sicherheit sehr eingehende Untersuchungen geben", sagte der Verbandsvorsitzende Bernhard Gertz am Donnerstag im ZDF. Die deutsche Bundeswehr sprach vom bisher schwersten Unfall bei einem Auslandseinsatz. Der Ablauf, der zur Explosion führte, sei derzeit noch unklar. Nach bisherigen Informationen hätten die Soldaten alle Sicherheitsvorschriften bei der Entschärfung eingehalten. Der Beruf des Soldaten sei "objektiv gefährlich", sagte Gertz.

Zwei weiteren deutsche Bundeswehr-Soldaten waren am Mittwoch bei einem NATO-Manöver in der Ostsee beim Kentern eines Beibootes ums Leben gekommen.(APA/dpa/Reuters)

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