Wien: Messerstecherei zwischen zwei Familien

7. März 2002, 13:50
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Ehemann rastete aus - Eine Tote - vier Verletzte

Wien - Eine etwa 45-jährige Frau ist Mittwoch Abend im Zuge einer Messerstecherei in Wien Margareten ums Leben gekommen. Vier Männer im Alter von 39 bis circa 50 Jahren wurden zum Teil schwer verletzt, als ein Streit zweier Familien eskalierte.

Nach vorliegenden Informationen war es zwischen den beiden Familien während eines Treffens, bei dem offenbar reichlich Alkohol konsumiert wurde, zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Es entwickelte sich eine Rauferei, bei der auch Messer zum Einsatz kamen. Die zu Hilfe gerufene Polizei rückte mit zehn Funkwagen an. Bei ihrem Eintreffen war die Rauferei noch immer im Gange. Einem der Beteiligten mussten die Beamten ein Messer entwenden.

Verletzte

Als die Rettung eintraf, konnte bei einer in der Wohnung liegenden Frau nur mehr der Tod festgestellt werden. Ein 50-jähriger Mann erlitt Stiche in Brust und Nieren, ein etwa 40-Jähriger einen Lungenstich. Bei einem 39-Jährigen wurde eine Kopfverletzung festgestellt, ein etwa circa 50-Jähriger musste wegen Schnittverletzungen verarztet werden. Die vier Männer wurden festgenommen und unter Polizeibewachung in Spitäler eingeliefert.

Hausherr ausgerast

Der Hausherr dürfte im Zuge der Auseinandersetzung ausgerastet zu sein. Der 40-Jährige stach demnach wild mit einem Messer um sich, tötete seine eigene Frau und verletzte vier weitere Personen schwer. "Er war bei den ersten Einvernahmen noch alkoholisiert", sagte Dr. Hannes Scherz vom Sicherheitsbüro am.

Einer der Söhne des Ehepaares brachte ein Familienmitglied seiner zukünftigen Ehefrau mit in die Wohnung. Es wurde Schnaps getrunken und diskutiert. Die Unterhaltung eskalierte allerdings in einen handfesten Streit. Den Erhebungen der Kriminalisten zufolge warf ein Mann dem künftigen Schwiegervater "Frauengeschichten" vor und bezichtigte ihn der Gewalt gegen seine Familie.

Vomn Tod der Frau geschockt

Weil die Wortduelle immer heftiger wurden, alarmierte man die Eltern des 35-Jährigen Mannes. Innerhalb kürzester Zeit kam es zwischen den Familien zu einer regelrechten Keilerei, wie Polizeioberrat Scherz ausführte.

Der Hausherr verletzte seine Kontrahenten durch Stiche in den Brustkorb bzw. in den Rücken. Laut Rettung wurden innere Organe wie Niere und Lunge getroffen. Einige der Patienten, die in die Spitäler AKH, UKH Meidling und SMZ-Ost gebracht wurden, befanden sich am Donnerstag in kritischem Zustand. Warum der Mann seine eigene Frau Vera tötete, war dem Leiter der Mordkommission zufolge zunächst nicht ganz klar. "Vermutlich hat er wild herumgestochen", mutmaßte Scherz. Jedenfalls zeigte sich der Verdächtige vom Tod seiner Frau geschockt.

15-jähriger Sohn alamierte die Polizei

Der 15-jähriger Sohn des Hausherren hatte die Polizei von den Tumulten informiert. Der Schüler war durch ein Fenster geflüchtet und zu einem Wachzimmer gelaufen. Beim Eintreffen der Beamten versuchte man noch immer dem Mann das Messer abzunehmen.

"Weil der Ablauf der Vorfälle nicht klar war, wurden alle Personen zunächst festgenommen", so Scherz. Für Vera J. kam jede Hilfe zu spät, sie starb noch in der Wohnung. Der Verdächtige zog sich bei der Rauferei eine Wunde am Kopf zu.(APA)

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