Verteidigungsminister Scheibner zu Besuch bei Kofi Annan in New York

7. März 2002, 06:56
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Strenge Sicherheitsmaßnahmen für Österreicher in Kabul

New York - Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) hat nach dem tragischen Tod von fünf Soldaten der Afghanistan-Friedenstruppe durch eine Explosion auf die strengen Sicherheitsvorkehrungen für die in Kabul eingesetzten Österreicher verwiesen. Die Österreicher würden aufgefordert, sich strikt an die Verhaltensmaßregeln zu halten, sagte Scheibner nach seinem Besuch bei UNO-Generalsekretär Kofi Annan in New York. Bei der Explosion sei kein österreichischer Soldat verletzt worden. Nun helfen die Österreicher bei der Versorgung der Verwundeten.

60 Österreicher arbeiten im Rahmen der internationalen Friedenstruppe

In Afghanistan sind derzeit etwa 60 Österreicher im Rahmen der internationalen Friedenstruppe (ISAF) unter UNO-Mandat tätig. Die österreichischen Soldaten sind in das Kontingent der Deutschen eingegliedert. Am Mittwoch waren auf einem Sprengplatz bei der versuchten Entschärfung einer Rakete zwei deutsche und drei dänische Soldaten getötet worden. Scheibner sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Österreichs Engagement bei den Friedens-Missionen gewürdigt

Annan habe Österreichs Engagement bei den Peacekeeping-Missionen der Vereinten Nationen und bei Missionen unter UNO-Mandat gewürdigt, berichtete Scheibner. Er habe mit dem Generalsekretär die Idee erörtert, dass in Afrika die stabilen Staaten regionale Verantwortung über nehmen und selber UNO-Friedensmissionen bilden sollten. Nach Einschätzung des Verteidigungsministers wäre dies sinnvoller, als europäische Soldaten in afrikanische Krisenherde zu schicken.

Einigkeit über Verhandlungsforderungen im Nahen Osten

Einigkeit habe bei dem Gespräch darüber bestanden, dass im Nahen Osten unverzüglich Verhandlungen "ohne Vorbedingungen" aufgenommen werden sollten. Die von israelischer Seite erhobene Forderung nach einem einige Zeit lang anhaltenden Waffenstillstand werde von radikalen palästinensischen Kräften genutzt, um Verhandlungen zu torpedieren.

Nach dem Empfang durch den UNO-Generalsekretär besuchte Scheibner die Ruinen des zerstörten World Trade Centers, den "Ground Zero" im Süden von Manhattan. Mit diesem symbolischen Akt wolle er der Opfer der Terroranschläge gedenken, sagte er. Anschließend trat der Verteidigungsminister die Heimreise nach Österreich an. (APA)

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