USA wirft Bagdad den Missbrauch ziviler Lieferungen vor

7. März 2002, 06:36
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Irak baut importierte Lastwagen zu Raketenwerfern um

New York - Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Treffen zwischen dem Außenminister des Irak und dem UNO-Generalsekretär an diesem Donnerstag haben die USA Bagdad den Missbrauch ziviler Lieferungen für militärische Zwecke vorgeworfen. US-Botschafter John Negroponte präsentierte am Mittwoch (Ortszeit) im Sicherheitsrat Satellitenfotos und Videoaufnahmen, die Lastwagen mit aufgebauten Raketenwerfern zeigen.

Nach den amerikanischen Angaben waren die Fahrzeuge im Rahmen des humanitären Programms der Vereinten Nationen importiert worden, das trotz bestehender Sanktionen die Verwendung von Erdöleinnahmen für die Einfuhr ziviler Güter gestattet.

Lastwagen in rollende Geschoßwerfer umgebaut

Der Irak habe wahrscheinlich rund 1000 Lastwagen in rollende Geschoßwerfer umgebaut, erklärten US-Diplomaten im Sanktionskomitee, dem alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates angehören. Sollte sich bewahrheiten, dass Bagdad dafür Fahrzeuge über das so genannte Öl- für-Lebensmittel-Programm importiert hat, wäre dies ein klarer Verstoß gegen die UNO-Sanktionen, sagte der amtierende Vorsitzende des Komitees, der UNO-Botschafter von Mauritius, Jadisch Koonjul. Die Vorwürfe müssten jedoch genau geprüft werden.

Zulassung von Waffeninspektoren im Irak

Diplomaten mehrerer Länder äußerten verhaltene Kritik am Zeitpunkt der Vorlage der mutmaßlichen Beweise unmittelbar vor der Begegnung zwischen Außenminister Nadschi Sabri und UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Bei dem Treffen im UNO-Hauptquartier geht es um die seit langem bestehende Forderung des Sicherheitsrates nach Wiederzulassung internationaler Waffeninspektoren im Irak. Davon machen die USA die Entscheidung über angedrohte militärische Schläge gegen das Regime von Saddam Hussein abhängig. (APA/dpa)

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