Ungarn: Wahlkampf-Duell der Spitzenkandidaten fraglich

6. März 2002, 22:39
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MSZP-Spitzenkandidat nicht einverstanden mit Orban-Terminen: "Ultimatum"

Budapest - Der Spitzenkandidat der oppositionellen Sozialisten (MSZP), Peter Medgyessy, hat seine Freude über die Bereitschaft von Premier Viktor Orban bekundet, die Herausforderung zu einer öffentlichen Fernsehdebatte vor den Parlamentswahlen doch noch angenommen zu haben. Nachdem Orban den 5. und 19. April als Termin (jeweils zwei Tage vor dem Wahltag) vorgeschlagen hatte, stellte sich der Vorstand der MSZP am Mittwoch gegen die vorgeschlagenen Termine. Sie böten "den Menschen keine Möglichkeit, in Ruhe vor der Wahl das Ergebnis der Debatten durchdenken und abzuwägen zu können". Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtet, habe MSZP-Vorsitzender Laszlo Kovacs betont, es bedürfe außerdem keiner zwei Debatten.

Kovacs bezeichnete es als "Ultimatum", dass Orban erklärt hatte, an den beiden von ihm vorgeschlagenen Terminen an der Wirtschaftswissenschaftlichen Universität zu Budapest auf Medgyessy zu warten. In einem zivilisierten Land sei ein solches Vorgehen nicht üblich, so Kovacs. Am Abend erklärte auch Peter Medgyessy auf einer Pressekonferenz in Miskolc, die von Orban empfohlenen Termine seien "unakzeptabel". Zugleich teilte der Spitzenkandidat mit, den Inhalt seines Antwortbriefes an Orban zunächst dem Premier und dann erst der Presse zugänglich zu machen. (APA)

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