Lkw-Maut bis zu 27 Cent je Kilometer

6. März 2002, 19:02
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Neue Männer für Asfinag-Aufsichtsrat

Wien - Die elektronische Lkw-Maut auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen soll etwa 600 Mio. Euro in die Kassen der Straßenfinanzierungsgesellschaft Asfinag spülen und bis zu 27 Cent je Kilometer ausmachen. Bisher war immer von maximal 25 Cent je Kilometer die Rede gewesen.

"Wir brauchen in Summe eine kritische Masse bei den Mauteinnahmen, um die Projekte finanzieren zu können", sagte Infrastrukturminister Mathias Reichhold. "Die Feinabstimmung werden wir uns genau überlegen", ließ der Minister Bereitschaft erkennen, die Höchstgrenze nicht ganz auszuschöpfen.

Durchschnittlich je Kilometer 22 Cent

Durchschnittlich sollen je Kilometer 22 Cent eingehoben werden. Zum Zeitpunkt des Starts der Mauteinhebung sagte Reichhold: "So schnell wie möglich." Der zunächst genannte 1. April 2003 sei nicht zu halten, der 1. Juli möglicherweise doch noch möglich. Wie berichtet, sind noch vier Konsortien im Rennen um die Maut: Deutsche Telekom und Siemens bieten eine Technologie auf GSM/GPS-Basis an, die italienischen Autostrade und ein Konsortium mit der Strabag an der Spitze setzen auf Mikrowellentechnologie. Der Zuschlag soll spätestens im Juni erfolgen.

In den Aufsichtsrat der Asfinag ziehen indes neue Leute ein. An die Stelle von Gilbert Trattner, der nun Finanzvorstand der Asfinag ist, folgt Herbert Kasser vom Finanzministerium. Mit Michael Ramprecht sitzt ein zweiter "Finanzmann" im Aufsichtsrat. Arnold Schiefer vom Infrastrukturministerium folgt auf Hans-Jürgen Miko, derzeit noch Kabinettschef im Infrastrukturministerium. Der Unternehmer Anton Pletzer ersetzt Erwin Soravia jun. Als Vertreter der "Kunden" wurde der Chefjurist des ÖAMTC, Erich Sedelmayr, bestellt. Den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt Reifen-Unternehmer Othmar Bruckmüller. (stro, Der Standard, Printausgabe, 07.03.2002)

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