Castro kündigt hartes Vorgehen gegen Ausreisewillige an

6. März 2002, 17:03
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Besetzer mexikanischer Botschaft kommen vor Gericht

Havanna - Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro hat ein hartes Vorgehen gegen Ausreisewillige angekündigt. Die rund 130 Bürger, die in der vorigen Woche im Zusammenhang mit der Besetzung der mexikanischen Botschaft festgenommen wurden, würden vor Gericht gestellt, sagte Castro am Dienstagabend (Ortszeit) im kubanischen Fernsehen. Außerdem werde niemand, der ausländische Botschaften besetze, jemals aus Kuba ausreisen dürfen.

Am vorigen Mittwoch waren 21 Kubaner auf das Gelände der mexikanischen Botschaft vorgedrungen. Zuvor hatten Gerüchte die Runde gemacht, Mexiko sei bereit, Ausreisewillige aufzunehmen. Deshalb hatten sich auch hunderte Kubaner vor der Botschaft versammelt, von denen viele festgenommen wurden. Die Besetzer selbst wurden am Freitag von der kubanischen Polizei auf Bitten der mexikanischen Regierung aus der Botschaft herausgeholt.

Den Einwand, dass Mexiko gar keine Strafanzeige gegen die Besetzer erstattet habe, schob Castro beiseite. "Das ist ihre Sache, wir haben unsere eigene Rechtsprechung", sagte der kubanische Präsident. Er betonte aber das gute Verhältnis zum mexikanischen Präsidenten Vicente Fox, der im Februar Kuba besucht hatte. Für die Botschaftsbesetzung machte Castro den aus den USA nach Kuba ausstrahlenden Sender "Radio Marti" verantwortlich. Dieser habe Äußerungen des mexikanischen Außenministers Jorge G. Castageda sinnentstellt wiedergegeben und den Eindruck erweckt, dass Mexiko alle ausreisewilligen Kubaner aufnehmen wolle. (APA/dpa)

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