Arundhati Roy nach einem Hafttag wieder frei

7. März 2002, 17:02
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Indische Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin zu Geldstrafe verurteilt

Neu Delhi - Nach einem Tag im Gefängnis wegen Kritik am Obersten Gerichtshof ist die indische Schriftstellerin Arundhati Roy wieder frei. Roy (40) zahlte am Donnerstag eine vom Gericht verhängte Geldstrafe in Höhe von 2000 Rupien (47 Euro) und vermied damit eine dreimonatige Haft. Ihre Inhaftierung war im Zusammenhang mit Roys ablehnender Haltung zum Bau des großen Narmada-Staudamms gestanden.

Sie habe diese Entscheidung mit Blick auf die anderen Frauen im Tihar-Gefängnis in Delhi getroffen, die dort zehn oder zwanzig Jahre Haft verbüßen, sagte Roy. "Wenn ich drei Monate geblieben wäre, wäre das gewesen, als würde ich sie verspotten", sagte Roy nach ihrer Freilassung.

"Dass ich die Geldstrafe gezahlt habe, heißt nicht, dass ich mich beim Gericht entschuldigt oder das Urteil akzeptiert habe", fügte Roy (40) hinzu. Sie war 1997 mit ihrem Roman "Der Gott der kleinen Dinge" in aller Welt bekannt geworden.

Roy war am Mittwoch vom Obersten Gerichtshof verurteilt worden, weil sie die RichterInnen kritisiert hatte. Es ging dabei um ein Urteil, das den Weiterbau des großen Narmada-Staudamms im Westen des Landes erlaubte. Nach Ansicht der DammgegnerInnen, zu denen auch Roy gehört, macht das Projekt 40 000 Menschen heimatlos. (APA/dpa)

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