Norwegen spart im Überfluss

6. März 2002, 18:56
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Komplettes Jahresbudget aus Öleinnahmen für künftige Pensionen angespart

Oslo - Norwegens Regierung hat dank der Einnahmen durch das Nordsee-Öl und -Gas schon mehr als einen kompletten Jahreshaushalt als "Sparstrumpf" auf die Seite gelegt. Wie die Nationalbank in Oslo am Mittwoch mitteilte, stieg der Wert des "Petroleumfonds" im vergangenen Jahr auf 613 Mrd. Kronen (79,7 Mrd. Euro). Allein im letzten Jahr wurden dem Fond 251,5 Mrd. Kronen aus Steuereinnahmen durch Öl- und Gas zugeführt. Dem stand ein Jahreshaushalt mit Ausgaben über 515,6 Mrd. und Gesamteinnahmen von 757,3 Mrd. Kronen gegenüber.

Mit dem 1990 beschlossenen Fonds sollen Rentenzahlungen für künftige Generationen gesichert werden. Die durchweg im Ausland erfolgte Anlage der Fonds in Aktien brachte dabei im letzten Jahr erstmals seit Beginn der Einzahlungen 1995 einen negativen Ertrag von 2,5 Prozent im Jahresdurchschnitt durch weltweite Kursverluste. In den Jahren zuvor hatten diese Erträge zusätzlich Milliardenbeträge mit einem durchschnittlichen Ertrag von 3,6 Prozent in die Staatskasse gebracht.

Kampf um das Geld

Bei den Parlamentswahlen im letzten Jahr wurde die rechtspopulistische Fortschrittspartei drittstärkste Kraft im Osloer "Storting" mit ihrer Forderung, wesentlich mehr Öl- und Gas-Einnahmen direkt zur Verbesserung des norwegischen Gesundheitswesens sowie zur Senkung der hohen Benzinpreise zu verwenden, statt sie anzusparen.

Nach den Anfang der neunziger Jahre beschlossenen Regeln werden die Mittel zu 40 Prozent in Aktien und zu 60 Prozent in Obligationen angelegt. Geographisch sowie mit Bezug auf die Branche streuen die Fondverwalter in der Osloer Zentralbank die Anlage sehr stark, um Risiken gering zu halten.(APA/dpa)

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