3. Gehörlosentheater- Festival stellt sich vor

6. März 2002, 15:53
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Motto: "Sprachen der Welt - Sprachen Europas"

Wien - Hörende und gehörlose Bühnenkünstler aus acht Ländern - aus Deutschland, Island, Jamaica, Österreich, Polen, Tschechien, Russland und den USA - werden ab dem 15. März beim 3. Gehörlosentheaterfestival insgesamt neun Produktionen vorstellen. Das Programm wurde am Mittwoch präsentiert.

Das heuer unter dem Titel "Sprachen der Welt - Sprachen Europas" von der "ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater" veranstaltete Festival hat sein Zentrum im Wiener Theater des Augenblicks, einzelne Vorstellungen werden auch in St. Pölten, Amstetten, Graz und Salzburg gezeigt. Dazu gibt es Workshops und Einführungen in die Praxis des Gehörlosentheaters in den einzelnen Ländern.

Das Programm des heurigen Jahres zeichne sich durch einen Autorentheater-Schwerpunkt aus, so ARBOS-Leiter Herbert Gantschacher, der darauf verwies, "dass gehörlose Theaterkünstler in der Lage sind, in Gebärdensprache jedes Theaterstück spielen zu können."

Programmschwerpunkte

Die Verfasser der heuer gezeigten Stücke werden großteils in Wien sein: Die Isländerin Margret Petursdottir (deren Stück "Die vier Jahreszeiten" am 18.3. zu sehen ist), Hubert Bartlomiejski aus Polen (die Uraufführung seines "Mann aus zwei Welten" ist am 19.3. zu sehen), Jjindrich Zemanek und J.V. Kratochvil aus Tschechien (ihre "Träume" stehen am 17.3. auf dem Programm) sowie der bosnische Schriftsteller und Dramaturg Dzevad Karahasan, dessen Uraufführung "Schnee und Tod" am 15.3. das Festival eröffnet.

Mit dem "Berliner Gehörlosen-Bühnenclub" ist das seit 120 Jahren bestehende und älteste Gehörlosentheater Europas erstmals in Österreich zu Gast. Ein weiterer außergewöhnlicher Programmpunkt ist die Bespielung von Wiener U-Bahn-Stationen, bei der von 18. bis 22.3. eine spezielle Version der ARBOS-Produktion von Daniil Charms' "Theaterfallen" dazu beitragen soll, die Gebärdensprache ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken.

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny würdigte die Szene in Wien, wo alle gesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeit hätten, sich künstlerisch zu äußern. "Gerade das Theater ist als Kunstform besonders geeignet, da es Gehörlosen die Möglichkeit gibt, ihr Können, ihre Kunst einem breiten, interessierten Publikum zu präsentieren." (APA)

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