Zahl der ADSL-Nutzer soll noch heuer verdoppelt werden

6. März 2002, 14:29
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ISPA will günstigeren ADSL-Vertrag - ADSL-Versorgungsgebiet wird auf 77 Prozent der Haushalte erhöht

Wien - Die Zahl der ADSL-Nutzer, also jener Internetnutzer mit einem Breitbandzugang für höhere Datenübertragungsraten, soll in Österreich noch in diesem Jahr auf 200.000 verdoppelt werden. Das strebt die für die Netzinfrastruktur zuständige Telekom Austria (TA) laut ihrem Produkt- und Technologiemanager Helmut Leopold an.

Dass von den derzeit rund 100.000 ADSL-Nutzern nur 14.000 auf alternative Internet Service Provider (ISP) entfallen, führt der Generalsekretär der ISPA Internet Service Providers Austria, Kurt Einzinger, einerseits auf den sechsmonatigen Startvorteil der TA und andererseits auf den für kleinere Provider kostenungünstigen ADSL-Vertrag zurück.

Neutralität gefordert

Einzinger forderte deshalb am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien, dass sich die TA als Infrastrukturunternehmen und gleichzeitig Internetanbieter "neutraler" verhalten solle. Die ISPA strebe eine Änderung der ADSL-Verträge mit der TA an, um die derzeitige Staffelung der Gebühren nach Nutzeranzahl wegzubringen. "Wir überlegen stetig, unser Ziel ist es, ADSL so günstig wie möglich zu machen", sagte Leopold. Sollte die Nachfrage stärker werden, schließe die TA ein "Finetuning" (Feinabstimmung) nicht aus. Die TA müsse aber ein Geschäft damit machen.

Download-Limit und Netzqualität erhöhen

An weiteren Schritten seien die Service- und Netzqualität und das Download-Limit zu erhöhen. Weitere Wünsche der ISPA beziehen sich auf mehr breitbandigere Produkte und den Anschluss der ADSL-Anlagen an Firmennetzwerke (LAN, WLAN) und Router.

Der ISPA-Forderung nach einer Vergrößerung des Anschlussradius will die TA insoferne nachkommen, als sie zu den derzeit rund 500 noch 60 weitere Vermittlungsstellen ADSL-tauglich machen und die Leitungslänge von 3 auf 4 Kilometer anheben will. Dadurch erhöht sich laut Leopold die ADSL-Reichweite um 6 Prozent. Ende März werden damit rund 2,5 Millionen Haushalte, das sind 77 Prozent aller Haushalte, im ADSL-Versorgungsgebiet liegen. Laut TA liegt Österreich mit 2,9 Prozent nach Belgien (5 Prozent) und Deutschland (4,3 Prozent) bei der ADSL-Versorgung europaweit an dritter Stelle.(APA)

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    foto: photodisc
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