Liechtenstein-Preis an Innsbrucker WissenschafterInnen verliehen

6. März 2002, 13:51
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Vaduz - Zwei Assistenten und eine Studentin der Universität Innsbruck haben am Mittwoch von der Regierung des Fürstentums Liechtenstein den Liechtenstein-Preis für wissenschaftliche Forschung an der Universität Innsbruck erhalten. Der Preis in der Höhe von insgesamt 7.500 Euro wird seit 1983 alljährlich vergeben.

"Seuchenabwehr im Vorderen Orient und im antiken Griechenland: ein Fallbeispiel"

Prämiert wurde unter die Diplomarbeit von Irene Huber "Seuchenabwehr im Vorderen Orient und im antiken Griechenland: ein Fallbeispiel". Die Althistorikerin behandelte das vorwiegend religiös-magisch motivierte Katastrophenverhalten antiker Gesellschaften während kollektiver Krisen wie Seuchen, Heuschreckeneinfällen, Dürre oder Hunger. Die Analyse der überlieferten Quellen zeige ein zum Teil deutliches Abhängigkeitsverhältnis der griechischen Welt von benachbarten Hochkulturen wie den Hethitern. In Zeiten der Not sei man offensichtlich eher bereit gewesen, fremdes Gedankengut zu übernehmen und für die eigenen Zwecke zu adaptieren.

"Buchi Emechta's 'London Romane': Ein interkultureller Ansatz"

Univ.-Ass. Susanne Pichler vom Institut für Anglistik stellte mit "Buchi Emechta's 'London Romane': Ein interkultureller Ansatz" die Frage der Interkulturalität in den Romanen der Nigerianerin Buchi Emecheta in den Mittelpunkt ihrer Doktorarbeit. Emechetas Charaktere, die alle Immigranten sind, müssen neue kulturelle Identitäten ins Auge fassen, um im fremden und zum Teil bedrohlichen Gastland Großbritannien Fuß fassen zu können. Von besonderem Interesse in Emechetas Werken sei die Darstellung der destruktiven Natur von Konzepten wie 'Rasse', Klasse und Geschlecht, welche die Sozialisierung von Immigranten in Gastgesellschaften verhindern.

"Angeborene Natriumverlust-Diarrhö: Eine seltene Erbkrankheit"

Univ.-Ass. Thomas Müller von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde untersuchte in einer klinischen Studie gemeinsam mit Kollegen aus Tirol, den Niederlanden und Großbritannien "Angeborene Natriumverlust-Diarrhoe: Eine seltene Erbkrankheit". Hatte man bisher vier bestimmte Gene für diese schwere Erbkrankheit verantwortlich gemacht, so gelang dem Team um Müller durch die Untersuchung von fünf Einzelfällen in zwei Tiroler Familien der Nachweis, dass diese Gene nicht Auslöser der Krankheit seien. Natrium-Diarrhoe ist mit schweren Durchfällen und Wasserverlust verbunden und langfristig nicht behandelbar. (APA)

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