Protestaktion gegen amerikanischen Raketenschild

6. März 2002, 13:46
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Hundeschlitten unterwegs zu Radarstation in Thule, die für "Star Wars" verwendet werden soll

Wien/Ilulissat - Der Unmut über den geplanten amerikanischen "Raketenschild" NMD (vulgo "Star Wars") hält an - auf diplomatischer Ebene ebenso wie unter NGOs. Fünf Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace machen in dieser Woche eine Protest-Schlittenfahrt durch Grönland. Der Protest richtet sich gegen die Benutzung der dortigen Radarstation in Thule für NMD.

Volksmeinung

Greenpeace beruft sich dabei auf die angebliche Stimmungslage innerhalb der grönländischen Bevölkerung: "Wir haben mehr als starke Anzeichen dafür, dass die Grönländer kein Spielball der USA bei Star Wars sein wollen. Mit dieser Aktion wollen wir der grönländischen Bevölkerung Gehör bei den US- Verantwortlichen verschaffen", so Greenpeace-Abrüstungsexperte William Peden.

Beim Besuch des Greenpeaceschiffs "Arctic Sunrise" im vergangenen Jahr gaben zahlreiche GrönländerInnen eine Videostellungnahme ab, wo sie Ihre Meinung zum US-Raketenschild Ausdruck äußerten. Mit der Hundeschlittenfahrt, die den ganzen März über andauern wird, sollen auch die Bewohner abgelegener Regionen erreicht werden, um ihnen zu ermöglichen, einen Video-Kommentar abzugeben. Die Stellungnahmen sollen laut Greenpeace dann den Entscheidungsträgern in den USA übergeben werden.

Aufrüstung

Der amerikanische Kongress hatte erst im Dezember mit klarer Mehrheit den US-Verteidigungshaushalt im Umfang von 384 Mrd. Euro gebilligt. Der Haushalt sieht für Angehörige der Streitkräfte die stärkste Erhöhung ihres Solds seit mehr als 20 Jahren vor und unterstützt die Bemühung von Präsident George W. Bush zur Errichtung der Raketenabwehr.

Um ihren Raketenschild zu aktivieren, sind die USA jedoch auf die Zustimmung Dänemarks (dem Grönland als selbstverwaltetes Gebiet außenpolitisch unterstellt ist) und Großbritanniens zur Verwendung der Radareinrichtungen in Thule und Flyingdales angewiesen. Bis jetzt halten die beiden europäischen Regierungen ihre Zustimmung zurück. (red)

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