Die ÖGB-Frauen stehen dahinter...

6. März 2002, 14:59
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... und fordern, die "Chancengleichheit der Geschlechter" in der Verfassung zu verankern

Wien - Die ÖGB-Frauen fordern aus Anlass des Welt- Frauentags, "soziale Sicherheit und Chancengleichheit" in der Verfassung zu verankern. Sicherheit auch bei atypischer Beschäftigung, mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, faire Einkommen, bessere Aufstiegsmöglichkeiten sowie aktive Arbeitsmarktpolitik für Wiedereinsteigerinnen und Ältere sind die konkreten Frauenforderungen.

Sozialgesetze nur gering abgesichert

Diese Anliegen sind auch im Sozialstaat-Volksbegehren enthalten, weshalb die ÖGB-Frauen dieses Volksbegehren unterstützen. Österreich brauche "dringender denn je" eine Politik, die den Bedürfnissen der Frauen entspricht, weil die "derzeitige Politik des Sozialabbaus" Frauen ganz besonders treffe. "Die Regierungsparteien können unser soziales Netz so leicht abbauen, weil fast alle Sozialgesetze in Österreich nur mit einfacher Mehrheit abgesichert sind", heißt es in der Kritik der ÖGB-Frauen.

Fast ein Drittel der Beschäftigten arbeitet in Österreich "atypisch", Frauen überdurchschnittlich oft. Auch in diesem Bereich sei daher eine geregelte Arbeitszeit, das Recht auf bezahlten Urlaub und Sonderzahlungen, notwendig.

Während in Wien pro 1.000 EinwohnerInnen 40 Betreuungsplätze für Kinder zur Verfügung stehen, gebe es nach wie vor Bundesländer, die nur über 25 bis 30 Betreuungsplätze pro 1.000 EinwohnerInnen verfügten. Besonders unerfreulich sei die Situation für Kinder unter zwei Jahren.

Die Einkommensschere ging auch 2001 weiter auseinander. Im EU- Schnitt machten die Einkommensunterschiede etwa ein Fünftel aus, in Österreich sogar ein Drittel. Männer erhalten rund drei Mal so oft die Chance, eine Führungsposition auszuüben. Die ÖGB-Frauen wollen eine Gesellschaft der Chancengleichheit - dazu soll in Informationskampagnen eine Sensibilisierung herbeigeführt, andererseits aber auch ein Selbstverständnis für die eigene und eigenständige Berufsentwicklung vermittelt werden. (APA)

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