Fluglinien drohen massive Verluste

6. März 2002, 14:16
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Experte hält Rückgang des globalen Flugverkehrs heuer um fünf Prozent für wahrscheinlich

Salzburg - Die Auswirkungen des 11. September 2001 auf den weltweiten Flugverkehr dürften bei den Fluglinien zu Verlusten in der Höhe von rund zehn Mrd. US-Dollar (11,56 Mrd. Euro) führen. Das schätzte Upali Wickrama von der International Civil Aviation Organisation (ICAO) heute, Mittwoch, bei einer Airlinks-Konferenz in Salzburg. Unmittelbar nach der Katastrophe seien die Passagierzahlen um rund 60 Prozent zurückgegangen, danach stiegen sie graduell wieder nach oben, blieben aber mit einem Minus von 60 Millionen Passagieren deutlich unter dem Vorjahreswert, erläuterte Wickrama.

Für heuer erwartet der bei der ICAO für Prognosen und Wirtschaftsplanung zuständige Wickrama "im besten Fall" ein gleich bleibendes Verkehrsaufkommen, "wahrscheinlicher" sei jedoch ein Rückgang um fünf Prozent. Danach dürfte sich der internationale Flugverkehr wieder erholen, für 2003 sagte der Experte einen Anstieg um sechs Prozent voraus.

Nur offiziell war es keine Rezession

Erste Anzeichen für sinkende Passagierzahlen habe es jedoch bereits vor dem 11. September gegeben, räumte Wickrama ein. Der Wirtschaftsabschwung in den USA habe sich - auch wenn offiziell nicht von einer Rezession gesprochen worden sei - auf den Flugverkehr negativ ausgewirkt. Nach dem 11. September hätten die Fluglinien mit Kündigungen, Routenstreichungen oder dem Verschieben von Flugzeugbestellungen reagiert. Dies habe wiederum zu Kürzungen und Kündigungen in der Flugzeugindustrie geführt. Aber auch die Flughäfen hätten die Auswirkungen zu spüren bekommen: Bei steigenden Kosten für Sicherheitsvorkehrungen mussten Einbußen bei den Lande- und Benützungsgebühren in Kauf genommen werden.

Die bis Donnerstag angesetzte Airlinks-Konferenz, an der 120 Flughafen-Marketingspezialisten aus 38 Ländern teilnehmen, wird von der internationalen Flughafenorganisation ACI mit Sitz in Genf organisiert. Neben der künftigen Flugverkehrsentwicklung beschäftigen sich die Experten unter anderem mit neuen Flugzeugtypen, den Auswirkungen von Billigfluglinien oder Airline-Allianzen. (APA)

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