US-Stahlzölle - Europäische Stahlaktien unter Druck

6. März 2002, 12:04
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ThyssenKrupp führte Verliererseite an

Frankfurt - Aktien von europäischen Stahlunternehmen sind am Mittwoch nach der Ankündigung von US-Präsident Georg Bush, hohe Einfuhrzölle auf Stahl zu erlassen, unter Verkaufsdruck geraten. Europas zweitgrößter Stahlkonzerns ThyssenKrupp führte mit einem Minus von 1,50 Prozent auf 17,03 Euro zeitweise die Verliererliste im Deutschen Aktienindex an. Der Index pendelte am Vormittag mit einem Plus von 0,05 Prozent auf 5231 Punkte um seinen Vortagesstand.

"Eine Kontingentlösung oder Strafzölle wurden schon seit längerem erwartet", sagte Analyst Frank Biller von der Baden- Württembergischen Landesbank der dpa-AFX. Ein Händler sieht dagegen keine massiven Auswirkungen auf den Kurs des ThyssenKrupp-Papiers. "Ein freier Handel kann dies ja wohl nicht sein", sagte ein Händler.

300.000 Tonnen bei Thyssen

Bei ThyssenKrupp seien rund 300.000 Tonnen Stahl von den möglichen Einfuhrzöllen betroffen, sagte Analyst Biller. Der Konzern wollte sich am Vormittag zu der Entscheidung der USA äußern.

Auch die Papiere des französischen Stahlkonzerns mit einem Abschlag von 8,1 Prozent auf 16,40 Euro auf der Verkaufsliste der Anleger. Kursbelastend habe sich auch der Verlust bei Europas größtem Stahlkonzern im abgeschlossenen Geschäftsjahr ausgewirkt, sagten Händler. Der Stahlkonzern ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen einmaligen Sonderkosten und des Preisverfalls tief in die roten Zahlen gerutscht. Usinor hat sich Mitte Februar mit der spanischen Aceralia und der Luxemburger Arbed zum europäischen Stahlkonzern Arcelor zusammengeschlossen. Das Arcelor-Papier rutschte um 1,46 Prozent auf 14,80 Euro ab. (APA)

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