Frauenförderung als Beitrag zur Qualitätssicherung an den Unis

6. März 2002, 11:37
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Hochschulreform soll hohe Rechtsstandards zur Gleichbehandlung sicherstellen

Die Vizerektorin für Personalangelegenheiten und Frauenförderung an der Universität Wien Univ.-Prof. Dr. Gabriele Moser nimmt den Internationalen Frauentag zum Anlass, auf die bestehende Unterrepräsentation von Frauen in der Wissenschaft hinzuweisen. "Wir brauchen gezielte Frauenförderungsmaßnahmen, um das Ungleichgewicht in der Wissenschaft zu beseitigen, betonte Moser in einer Aussendung. Unbedingte Voraussetzung effektiver Gleichstellung sei die Beibehaltung der hohen Rechtsstandards der Frauenförderung und der Gleichbehandlung.

"Ich hoffe, dass der Gesetzesentwurf zum neuen Universitätsgesetz, den Ministerin Gehrer in Kürze präsentieren wird, diese hohen Standards garantiert. Reine Lippenbekenntnisse allein reichen nicht aus. Ich erwarte mir konkrete Ergebnisse im Gesetzesentwurf," erläutert Moser, die auch Mitglied der ministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming ist.

Enormes Studentinnenpotenzial

Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern zeigt der geringe Frauenanteil an AssistentInnen und ProfessorInnen im Verhältnis zum vorhandenen Potenzial an Studentinnen und Absolventinnen. So sind an der Universität Wien derzeit 63 Prozent der AbsolventInnen Frauen, aber nur 9 Prozent der ProfessorInnen weiblich. "Diese Geschlechterungleichheit zu beseitigen, ist der Universität Wien ein großes Anliegen", betont Moser.

Resumée

Seit ihrem Amtsantritt als Vizerektorin für Personalangelegenheiten und Frauenförderung am 1.1.2000 konnten etliche Förderprojekte zur verstärkten Integration von Wissenschafterinnen an der Universität Wien in Angriff genommen werden. Als erster Schritt wurde von Moser das Projektzentrum Frauenförderung an der Universität Wien im September 2000 gegründet. Die Uni Wien war damit die erste österreichische Hochschule, an der ein derartiges Frauenförderzentrum eingerichtet wurde. Bereits nach eineinhalb Jahren konnten die beiden Mitarbeiterinnen am Zentrum, Sylwia Bukowska und Evi Genetti, zahlreiche Projekte ins Leben rufen und erfolgreich durchführen. Hervorzuheben sei hier vor allem das EU-geförderte Mentoring-Projekt für Nachwuchswissenschafterinnen sowie die Beratungsstelle Sexuelle Belästigung und Mobbing. Beide Projekte sind österreichweit einzigartig.

Als Vizerektorin für Personalangelegenheiten hat Moser außerdem Frauenförderung als Querschnittsmaterie in die Personalentwicklung der Universität integriert. Das neu gegründete neue Referat für Personalentwicklung der Universität Wien bietet spezielle Fortbildungsseminare für Frauen und Coaching für Frauen an. Außerdem wurde ein eigener dreisemestriger Lehrgang zur Karriereplanung für Wissenschafterinnen entwickelt, der im Februar begonnen hat.

"Wir versuchen, Aspekte der Frauenförderung auf allen Ebenen, in allen Bereichen der Hochschule zu integrieren, um die Chancen für Wissenschafterinnen nachhaltig zu verbessern", betont Moser. Diesen Grundsatz erwarte sie sich auch von der angekündigten Regierungsvorlage. "Die Verbesserung der Chancen für Frauen muss als Beitrag zur Qualitätssicherung und Leistungssteigerung gesehen werden und steht daher im direktem Zusammenhang mit der derzeit diskutierten Hochschulreform." (red)

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