Vom Lager- zum Bethaus

6. März 2002, 11:49
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Russland: Geheimdienst erhält eigene Kirche am Jubjanka-Platz, wo in KGB-Zeiten noch Priester gefoltert wurden

Moskau - Russische Geheimdienstler in Moskau können fortan in einer eigenen Kirche um Segen für ihre Arbeit bitten. Patriarch Alexi II., Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, weihte das restaurierte Gotteshaus auf dem Gelände des ehemaligen Sowjet-Geheimdienstes KGB. Die Kirche ist von der Straße nicht zugänglich und ausschließlich für die Mitarbeiter des KGB-Nachfolgers, des Inlandsgeheimdienstes FSB, bestimmt.

Zu Sowjetzeiten waren in den KGB-Kellern am Lubjanka-Platz Tausende von Oppositionellen, unter ihnen auch orthodoxe Priester und Gläubige, gefoltert worden. Das heruntergekommene Kirchengebäude war damals als Lagerraum benutzt worden. Während früher alle Mitarbeiter des sowjetischen Sicherheitsapparates auf einen strikten Atheismus eingeschworen wurden, haben in jüngster Zeit auch Armee und Polizei eigene Kirchen gebaut. (APA/dpa)

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