Computerexperten warnen vor zerstörerischem Virus "Klez"

6. März 2002, 15:37
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Schlägt an jedem 6. eines ungeraden Monats zu

Computerexperten warnen vor einem Virus, der von Mittwoch an auf infizierten Rechnern Dateien zu zerstören droht. Der Virus Klez.E sei so programmiert, dass er jeweils am 6. eines jeden zweiten Monats versuche, verschiedenste Dateien zu überschreiben.

Verbreitet

Der Wurm Klez.E trete seit Anfang März in Deutschland immer häufiger auf, sagte der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Sophos Antivirus, Pino von Kienlin. Klez.E sei im Jänner erstmals aufgetaucht und sei schon bis Februar auf Platz drei der in Deutschland am weitesten verbreiteten Viren aufgerückt.

Weltweit ist Klez.E der Sicherheitsfirma F-Secure zufolge unter den zehn am meisten verbreiteten Viren. Auch der amerikanische Programmhersteller Network Associates hält den Virus inzwischen für gefährlicher. Das Risiko, dass ein Computer von Klez.E befallen werde, sei im März gestiegen, sagte Dirk Kollberg von Network Associates in Hamburg.

Unschädlich

Die Zahl bisher infizierter Rechner und möglicher Schadensfälle konnten die Experten nicht nennen. Die meisten Anti-Viren-Programme könnten Klez.E inzwischen entdecken und unschädlich machen. Bei ungeschützten Computern könnten nach Angaben von F-Secure aber unter anderem Word-, Excel, Video-, Bild-Dateien Klez.E zum Opfer fallen.

"How are you"

Der Virus versuche auch, Anti-Viren-Programme zu überschreiben. Er verbreite sich selbst über das Adressverzeichnis des Microsoft-E-Mail-System Outlook, befallen könne er aber Computer mit jedem anderem Mail-System. In der Betreffzeile stünden unterschiedlichste Hinweise wie "How are you" und "Don't drink too much", aber auch vermeintliche Viren-Warnungen.

"Made in Asia"

Der mutmaßliche Urheber des Virus sitzt laut F-Secure möglicherweise in Südostasien und sucht einen Arbeitsplatz. Darauf deuteten Nachrichten hin wie "Made in Asia" oder "Ich will einen guten Job, ich muss meine Eltern unterstützen". "Ich glaube, dass ist wirklich jemand, der einen Job sucht", sagte Mikko Hypponen von F-Secure. "Er denkt vielleicht, dass das (Viren-Schreiben) ein Beweis dafür ist, dass er programmieren kann." (APA/Reuters)

Neues Service des WebStandard: Die Landkarte der Viren (red)

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