Allianz Elementar schafft Turnaround

6. März 2002, 13:17
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Zehn Prozent-Dividende - Prämienwachstum 2001 bei 2,6 Prozent - Probleme in Kfz-Haftpflicht

Wien - Die börsenotierte Allianz Elementar Versicherungs-AG (Wien) hat sich im Vorjahr nach dem 2000 eingeleiteten Turnaround aus den Verlusten wieder in die Gewinnzone gebracht und nimmt daher auch wieder die Dividenausschüttung auf. Der Hauptversammlung wird für 2001 die Ausschüttung von 4,17 Mill. Euro oder 10 Prozent auf das Grundkapital von 41,7 Mill. Euro vorgeschlagen, wurde am Mittwoch in einer Pressekonferenz angekündigt. Für 1999 hatte die Allianz Elementar eine Dividende von 8,35 Mill. Euro oder 20 Prozent gezahlt.

"In einem für die Versicherungen sehr, sehr schwierigen Umfeld ist uns im Vorjahr der Turnaround gelungen", zeigte sich Generaldirektor Wolfram Littich zufrieden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) drehte von minus 23,7 Mill. Euro auf plus 28,1 Mill. Euro, wobei sich das versicherungstechnische Ergebnis von minus 115,2 auf minus 77,3 Mill. Euro verbesserte und das nichtversicherungstechnische Ergebnis um 2,5 Prozent von 102,8 auf 105,4 Mill. Euro stieg. Aus einem Jahresfehlbetrag von 30,30 Mill. Euro wurde nach vorläufigen Ergebnissen ein Jahresüberschuss von 8,4 Mill. Euro. Der Geschäftsbericht soll bis Mitte April vorliegen.

Prämienvolumen stieg 2001 um 2,6 Prozent

Das Prämienvolumen stieg 2001 um 2,6 Prozent von 1,161 auf 1,191 Mrd. Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung konnte als im Jahr davor ein Plus von 2,4 Prozent auf 819,4 Mill. erzielt werden. Die Lebensversicherung wies ein Prämienplus von 4,1 Prozent auf 345 Mill. Euro auf, wobei Fondsgebundene und Einmalerläge mit Zuwächsen von 140 bzw. 45 Prozent auf 8,7 Mill. Euro bzw. 35 Mill. Euro besonders stark und auch über dem Markt zulegten. Die Krankenversicherung wuchs laut Littich stärker als die Branche um 8,1 Prozent auf 26,6 Mill. Euro.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle sanken 2001 insgesamt von 1,081 auf 1,019 Mrd. Euro, wobei der Rückgang in Schaden/Unfall (S/U) nach dem Extremjahr 2000 mit 10,4 Prozent auf 668,7 Mill. Euro wegen der guten Witterung und dem Ausbleiben von Großschäden besonders stark ausfiel. Anders in der wichtigsten Sachsparte Kfz-Haftpflicht, wo die Aufwendungen um 6,6 Prozent auf 201,4 Mill. Euro stiegen und sich der Schadensatz auf 88,6 (83,5) Prozent verschlechterte. Zwar sei in KH die Schadenhäufigkeit gesunken, die durchschnittliche Schadenhöhe aber um 12 Prozent angestiegen, so Littich. Daher werde es hier bei Allianz für Neuverträge Tarifanpassungen geben, und auch in der KH-Branche insgesamt deute der Preispfeil eindeutig nach oben.

Kapitalanlagen legen zu

Bei den Kapitalanlagen, die um 2,2 Prozent auf 3,867 Mrd. Euro zulegten, zeigte sich das frühere Börsevorstandsmitglied Littich damit zufrieden, dass die Allianz Elementar ihren Fokus auf die Aktienveranlagung mit hoher Österreichkomponente gelegt habe. Die vorjährige ATX-Performance von 8 Prozent habe eine Immunisierung gegen höhere Volatilitäten nach unten gegeben. Trotz einer mit 20 Prozent hohen Aktienquote sei man daher gut gelegen und habe nicht im Sinne der kurz vor Weihnachten geschaffenen Bilanzerleichterungen für Versicherungen vom strengen auf das gemilderte Niederstwertprinzip ausweichen müssen. Dass 2001 ein schwieriges Veranlagungsjahr gewesen sei, habe nichts mit den Folgen des 11. September zu tun gehabt, denn diese Kursverluste seien ja bis Jahresende wieder egalisiert worden.

Zur Frage des Abschreibungsbedarfs verwies Littich darauf, dass sich die stillen Reserven im Sachbereich von 232 Mill. Euro Ende 2000 auf 182 Mill. Euro Ende 2001 verringert hätten, in der Sparte Leben von 73 auf 65 Mill. Euro. Ende 2000 hatten die stillen Reserven in Sach (3,2 Mrd. S) 16,5 Prozent der Kapitalanlagen ausgemacht, in der Lebensversicherungs-AG waren es mit gut 1 Mrd. S rund 3 Prozent. (APA)

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