Kein Schadenersatz für Angehörige von Swissair-Opfern

6. März 2002, 09:02
posten

US-Richter entschied über Unglück von 1998

Philadelphia - Die Angehörigen der Opfer des Swissair-Absturzes von 1998 werden nach einem Gerichtsurteil keinen Schadenersatz erhalten. Der amerikanische Richter James Giles berief sich am Dienstag in Philadelphia auf ein Gesetz aus dem Jahr 1920, wonach nur Einkommensverluste und medizinische Kosten geltend gemacht werden können. Die Kläger wandten vergeblich ein, dieses Gesetz könne nicht herangezogen werden, weil sich der Absturz in kanadischen Gewässern ereignet habe.

Die Swissair-Maschine war am 2. September 1998 auf dem Weg von New York nach Genf mit 229 Menschen an Bord ins Meer gestürzt. Niemand überlebte das Unglück. Im Namen von 220 Todesopfern wurden Schadenersatzklagen eingereicht; bis auf etwa 20 wurden alle außergerichtlich beigelegt. Neben der Schweizer Fluggesellschaft wurden auch die Delta Air Lines, die Tickets für zahlreiche US-Passagiere ausstellte, der Flugzeugbauer McDonnell Douglas und dessen Muttergesellschaft Boeing verklagt.

Richter Giles befand, dass auch das Unternehmen SR Technics, das die Unterhaltungselektronik an Bord gestellt hatte, nicht zur Verantwortung zu ziehen sei. Die Kläger hatten erklärt, die fehlerhafte Elektronik habe den Absturz verursacht. (APA)

Share if you care.