Flammeninferno bei Tunnelbau nahe Paris: 19 Arbeiter gerettet

6. März 2002, 11:12
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Großeinsatz der Feuerwehr verhindert Katastrophe

Paris - Bei einem Großbrand auf einer Tunnelbaustelle bei Paris sind in der Nacht auf Mittwoch 19 Arbeiter nur knapp dem Tod entronnen. In einem stundenlangen Rettungseinsatz gelang es der Feuerwehr, die eingeschlossenen Arbeiter am Morgen unversehrt zu befreien. Ein Feuerwehrmann erlitt eine schwere Rauchvergiftung und schwebte in Lebensgefahr.

Das Flammeninferno war kurz vor Mitternacht durch ein Baustellenfahrzeug ausgelöst worden, das rund 1.300 Meter hinter dem Tunneleingang in Brand geriet und den Arbeitern den Fluchtweg versperrte. Die Arbeiter flüchteten sich daraufhin ans Ende des Tunnels in die Baggermaschine, in der sie bis in der Früh ausharrten.

Rund 150 Feuerwehrleute waren auf der Baustelle nahe Versailles im Einsatz, um die Arbeiter zu retten. Die Flammen und der giftige Qualm machten ein Vordringen zunächst unmöglich. Nachdem das Feuer gelöscht war, wurden die eingeschlossenen Arbeitern mit Atemgeräten ausgerüstet und einzeln aus der gut zwei Kilometer langen Tunnelbaustelle herausgeführt. Die Rettungsaktion wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass das Feuer die Funkverbindung und die Stromversorgung zerstört hatte.

Das Sicherheitssystem des Großbaggers, der für Notfälle über eine autonome Sauerstoffversorgung verfügt, schützte die Arbeiter vor den giftigen Dämpfen. Weshalb das Baustellenfahrzeug in Brand geriet, blieb zunächst ungeklärt. Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein. Die Arbeiter erklärten, die Sicherheitsbedingungen seien vorbildlich. "Das Sicherheitsniveau ist perfekt", sagte Jean Francois Heddebaux. Der Unfall hätte auch an jeder anderen Baustelle passieren können. Rund 450 Arbeiter sind auf der Baustelle bei Rueil-Malmaison beschäftigt, um den kilometerlangen Straßentunnel Richtung Versailles zu bauen. (APA)

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