Strasser: Über Caritas-Präsident steht immer noch Gott

5. März 2002, 21:48
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Sanktionen würden ohnehin nicht besonders zum Tragen kommen

Wien - Innenminister Ernst Strasser (V) weist in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) die Kritik vor allem kirchlicher Organisationen wie der Caritas oder der Diakonie am von der Regierung geschnürten Fremdenpaket zurück. "Selbst über dem Caritas-Präsidenten steht immer noch der liebe Gott", richtet er Franz Küberl aus. Und: "Meine Werthaltung als Christdemokrat ist nicht vom Urteil eines Caritas-Funktionärs abhängig."

Er nehme den Vergleich Küberls, Integration als vierbeinigen Tisch zu sehen, auf, so Strasser. Die vier Beine seien Sprache, Familie, Arbeit und Kultur. "Keiner dieser Punkte wurde von den letzten vier, fünf Regierungen in Angriff genommen. Wir packen alle diese Punkte jetzt an, auch die Sprache, stellen dafür im ersten Jahr fast sechs Millionen Euro bereit, Geld, das nicht irgendwelchen Organisationen zu Gute kommen wird. Sondern unseren ausländischen Mitbürgern. Vielleicht ist die Erregung ja deswegen so groß", erklärte der Minister weiter.

Strasser ist zudem davon überzeugt, dass die vorgesehenen Sanktionen "ohnedies nicht besonders zum Tragen kommen". Denn: "Jeder, der zu uns kommt, wird dieses Angebot gerne annehmen. Wer das nicht tut, dem ist der Aufenthalt in Österreich halt offenbar nicht wichtig genug. Das nehmen wir dann auch zur Kenntnis." Der "Christdemokrat Strasser" könne mit dem Ergebnis jedenfalls "gut leben". (APA)

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